Nach dem Tsunami
Nachhaltiges Küstenmanagement statt bloßer Katastrophenhilfe gefordert
Erd- und Seebeben werde man auch in Zukunft weder verhindern noch sicher voraussagen können. "Das internationale Engagement muss aber dazu führen, dass die Auswirkungen dieser Naturkatastrophen minimiert werden", so der NABU-Präsident. Das fehlende Frühwarnsystem im Indischen Ozean zeige einen deutlichen Mangel an institutioneller Organisation im Rahmen der UNO. "Das von Klaus Töpfer geleitete UN-Umweltprogramm muss endlich finanziell besser ausgestattet und zu einer eigenständigen Organisation weiter entwickelt werden", sagte Tschimpke.
Am Ausmaß der Katastrophe seien Fehlentwicklungen und falscher Bebauung beteiligt. "Der kontinuierliche Anstieg des Meeresspiegels durch die Klimaerwärmung, der Abbau des natürlichen Küstenschutzes durch Schädigung und Zerstörung von Korallenriffen und Mangrovenwäldern, die ungeregelte Bebauung der Küsten u.a. durch die Tourismusindustrie und die Isolation großer Regionen durch Bürgerkriege erhöhen das Risiko nicht nur auf große Schäden an der Infrastruktur sondern auch für die Bevölkerung", betonte Tschimpke, der lange Jahre in Sri Lanka zu Küstenproblemen geforscht hat.
Es sei daher dringend notwendig, nicht nur ein Frühwarnsystem gegen Seebeben, sondern auch ein umweltgerechtes Küstenmanagement aufzubauen. "Auch die Tourismuswirtschaft muss sich den Herausforderungen zum Schutz von Mensch und Natur stellen", so der NABU-Präsident. Ein natürlicher Schutzgürtel durch intakte Mangrovenwälder und Korallenriffe sei ebenso unentbehrlich wie eine behutsame Bebauung der Küstenregionen. "Regierungen, Wirtschaft und Naturschutzorganisationen müssen jetzt ihre Anstrengungen bündeln, um die vorhandenen Instrumente für einen nachhaltigen Wiederaufbau einzusetzen", so Tschimpke.
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