Biodiversitätskonvention

Moratorium für "Terminator-Technologie" könnte aufgeweicht werden

Nach Angaben des globalisierungskritischen Netzwerks Attac wird auf der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Biodiversitätskonvention, die am Montag in Brasilien begann, das Moratorium zur so genannten Terminator-Technologie in Frage gestellt. Sinn der Terminator-Technologie sei es, Pflanzen zu produzieren, deren Samen nicht mehr keimfähig seien, "so dass die Bauern gezwungen sind, jedes Jahr aufs Neue bei den Saatgutkonzernen einzukaufen, während heute 80 Prozent des Saatguts von den Bauern selbst erzeugt wird". Die Terminator-Technologie nehme Bauern insofern das Recht zur Selbstversorgung mit Saatgut. Die Regierungen Kanadas, Neuseelands und Australiens fordern laut Attac "eine Aufweichung des bisherigen Moratoriums durch die Einführung einer Einzelfallregelung". Ein Kampagnenbündnis aus Deutschland fordert hingegen eine Aufrechterhaltung des Moratoriums und setzt sich für ein weltweites, dauerhaftes Verbot ein.

Mit der Terminator-Technologie wird nach Auffassung von Andreas Bauer vom Umweltinstitut München die "Selbstversorgung gefärdet und das Menschenrecht auf Nahrung erheblich geschwächt". Das Gen-ethische Netzwerk sieht in der Terminator-Technologie eine qualitativ "neue Stufe der Genmanipulation". Die Konstruktion von "Selbstmord-Saatgut" sei Verstoß gegen die "Würde der Natur".

Ein deutsches Kampagnenbündnis mit der Bezeichnung "Freie Saat statt tote Ernte" hat in den letzten Wochen eigenen Angaben zufolge tausende Unterschriften gegen die Terminator-Technologie gesammelt, die vor wenigen Tagen dem Bundesumweltministerium übergeben worden seien. Am Verhandlungsort in Curitiba, Brasilien wurden massive Proteste von Bauern für die Aufrechterhaltung des Moratoriums erwartet.

"Wir fordern das Umweltministerium auf, endlich klar Stellung gegen die Aufweichung des Moratoriums zu beziehen", so Oliver Moldenhauer von Attac. Pflanzensorten sollten "als gemeinsames Erbe aller Menschen" erhalten bleiben.

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