Studie
Alltags-Chemikalien gefährden laut Greenpeace die menschliche Fruchtbarkeit
"Die Regierung beklagt, dass in Deutschland zu wenig Kinder geboren werden. Aber sie unternimmt viel zu wenig gegen die chemischen Gefahren für die Fortpflanzung und scheut vor der Industrie zurück", meint Ulrike Kallee von Greenpeace. "Es ist kriminell, Chemikalien in Verbraucherprodukten einzusetzen, die das Kind im Mutterleib schädigen oder zu Krebs führen können."
Nach der neuen Studie "Our reproductive health and chemical exposure" ("Fruchtbarkeit und Chemikalienbelastung") hat die Qualität der männlichen Spermien in den letzten fünfzig Jahren rapide abgenommen. Auch Hodenkrebs werde immer häufiger diagnostiziert. Die Anzahl von Missbildungen der Geschlechtsorgane bei Neugeborenen nehme stetig zu. Mehr als doppelt so viele Paare als noch in den sechziger Jahren blieben ungewollt kinderlos.
Greenpeace verweist auf Schadstoffe wie Phthalate, Alkylphenole, bromierte Flammschutzmittel, künstliche Moschusverbindungen, Organozinn-Verbindungen und Bisphenol A. Diese Chemikalien machten aber nur einen Bruchteil des gesamten Problems aus. Schätzungsweise 100.000 Chemikalien würden weltweit produziert. "Die meisten Chemikalien wurden nie auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen geprüft. Trotzdem werden sie in großen Mengen in Produkten eingesetzt, die man im Supermarktregal oder im Badezimmerschrank findet. Die Politiker müssen die chemische Industrie endlich zur Räson bringen", fordert Kallee.
Die unter der Bezeichnung REACH bekannte Verordnung der EU soll zukünftig die Herstellung und Verwendung von Chemikalien regeln. REACH könnte - so die Hoffnung der Umweltschützer - die Belastung mit "einigen der gefährlichsten Chemikalien" verringern, wenn diese - wie vom Europaparlament im November 2005 entschieden - durch weniger gefährliche Alternativen ersetzt werden müssten. Die Minister im EU-Wettbewerbsrat hätten sich Ende letzten Jahres allerdings gegen eine solche Regelung ausgesprochen. Nach ihrem Willen sollten gesundheitsschädliche Chemikalien auch weiterhin vermarktet werden können.
Im Oktober 2006 wird die EU-Verordnung in zweiter Lesung im Europaparlament verhandelt. Die chemische Industrie setze laut Greenpeace alles daran, die Verordnung aufzuweichen, und verharmlose die Gefahren der Chemie im Alltag, so Greenpeace.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 02. Mai. 2006 unter:
verbraucherschutzStichworte:
« BUND warnt vor Giften in Radlerhosen
Tierschützer kritisieren Naturschützer wegen Aufruf zu "effizienter Jagd" »

Suchmachinenoptimierung
Wir optimieren Ihre Webseite. Mehr relevante Besucher = Mehr Umsatz. Lesen Sie mehr über unsere Stärken
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- DIE LINKE im Führungschaos | Parteitag Göttingen 2012 Hintergrundbericht
- Erneuerbare-Energien: Solarprogramm für den Iran
- Globalisierung: Occupy gegen den Kapitalismus
- Wellness: Nordic Walking wird Sie begeistern
- Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf
- DIE LINKE: Warum Sahra Wagenknecht die Richtige ist
- ESSO: Milliarden mit schwarzen Gold | Profit um jeden Preis
- SPD und Piratenpartei zum Urheberrecht
- Wellness durch Yoga Übungen
- Depression: Symptome, Test und Hilfe bei Depressionen
