headerquote

 

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Tierhaltung | Tierquälerei und Astrid Grotelüschen

Industrielle Tierhaltung – profitable Tierquälerei und Billigwurst

Die Landwirtschaftsministerin und Agrarindustrielle Astrid Grotelüschen steht für die weitere Entwicklung der Tierhaltung in Niedersachsen. Mittlerweile ist es bekannt: Masttierhaltung bringt Billigfleisch, das sich jeder leisten kann. Die Nachteile überwiegen jedoch bei weitem. Billigfleisch vernichtet Wälder, gefährdet unser Klima und kurz- bis mittelfristig die Gesundheit der Menschen – besonders von Kindern und chronisch Kranken.

Am Beispiel der Masthühner wird die Entwicklung der Landwirtschaft zur Agrarindustrie in Deutschland deutlich. Masthühner werden in Gruppen von 10.000 bis über 100.000 gehalten. Sie werden 30 bis 35 Tage in klimatisierten, fensterlosen Hallen bei Dämmerlicht gemästet. Üblich ist die sogenannte Intensivmast, bei der die Tiere ihr Schlachtgewicht bereits im Alter von 30 bis 35 Tagen erreichen. Folge dieser Turbomast ist, dass viele Tiere unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen – die Knochen wachsen nicht mit und häufig verenden die Tiere auf dem Weg zum Futternapf. Auch an Platz mangelt es erheblich: Pro Huhn beschränkt sich der Raum auf ca. 2/3 eines DIN-A4-Blattes, am Futtertrog hat ein Tier sogar nur ein bis drei Zentimeter zur Verfügung. Dies führt dazu, dass sich die Tiere häufig zu Tode trampeln. Das Leben von Masthühnern ist Dauerstress pur.

Sie haben keinerlei Rückzugsmöglichkeiten, d.h. Ruhephasen der Tiere dauern 60 Sekunden bis drei Minuten. Die Tiere erleiden durch die Exkremente, in denen sie leben, schwere Verätzungen, da die Ställe während der Mast nicht gereinigt werden. Während der Mast sterben sechs bis sieben Prozent der Tiere durch die extrem schlechten Haltungsbedingungen, den damit verbundenen Erkrankungen und Verletzungen. Hiervon betroffen sind über 5 Milliarden Tiere jährlich. Die Masthaltung und besonders die Hühnermast, sind nicht mit dem Tierschutzgesetz und dem Deutschen Grundgesetz, in dem der Tierschutz verankert ist, vereinbar; entsprechen jedoch den Regelungen der EU. Diese Art der Tierproduktion hat nichts mehr mit der ursprünglichen Landwirtschaft zu tun.

In Etelsen - Giersberg, in Niedersachsen, sollte bereits im Jahre 2008 eine der größten Hähnchenmastanlagen gebaut werden. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Langwedel hatte bereits das Vorhaben des Landwirts Jürgen Ernst genehmigt und folgte damit den Empfehlungen des damals noch amtierenden Bürgermeisters, Andreas Mattfeld, der jetzt in Berlin sein Amt bekleidet. Mattfeld äußerte 2008, es würde sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Projekt handeln, was – wie vieles andere – nicht den Tatsachen entsprach. Es wurden Gutachten vorgelegt, die auf die eventuellen Gefährdungen von Mensch, Tier und Natur Bezug nahmen. Sie signalisierten „grünes Licht“ für das Vorhaben. Die Gutachten wurden allerdings von der Familie Ernst – den Betreibern eines bereits vorhandenen „kleinen“ Maststalls mit 25.000 Tieren, in Auftrag gegeben und stellten sich als nicht unabhängig bzw. unparteiisch heraus. Es entstand eine Bürgerinitiative gegen die Geflügelmastanlage, die rasant aktiv wurde. Ihr ist es zu verdanken, dass die zahlreichen Fehler der vorliegenden Gutachten zur Kenntnis genommen wurden und bis heute keine Genehmigung ausgesprochen wurde.

Die Tatsachen, die einer Genehmigung im Wege standen und stehen:

  • Die Mindestabstände zu Wohnhäusern sind zu gering und wurden im Gutachten falsch angegeben
  • In der unmittelbaren Nähe der geplanten Anlage steht ein geschützter Mischwald, der durch die erhöhten Belastungen mittelfristig sterben würde
  • Die Geruchsbelästigung wäre durch die enormen Mengen Hühnerkot für die Anwohner unerträglich
  • Nitrate, Antibiotika und Medikamente der Tiere würden den Boden und das Grundwasser belasten, dieses hätte u. a. eine Widerstandsfähigkeit von Menschen gegen Antibiotika und damit schwierigere Krankheitsverläufe zur Folge
  • Millionen von Viren, Bakterien und Schimmelpilzen würden die Anwohner gesundheitlich belasten und außerdem Obst und Gemüse der Region ungenießbar machen
  • Der Schwerlastverkehr (40 Tonner) zum Transport der Tiere, bedeutet eine zusätzliche Geräusch- und Geruchsbelästigung für die Anwohner. Die Straßen sind außerdem nicht für Schwerlastverkehr geeignet
  • Durch den Bau der geplanten Mastanlage würden die Immobilien der Anwohner 50-70% an Wert verlieren
  • Ein Seuchenschutzplan und ein Brandschutzkonzept existierten nicht
  • Die extreme Quälerei der jährlich ca. 750.000 Tiere in der geplanten Anlage, wovon der frühzeitige Tod von ungefähr 40.000 Hühnern einkalkuliert ist, wird nicht berücksichtigt

Im Falle des Maststalls in Etelsen - Giersberg, konnte die Zerstörung der Natur, die extreme Tierquälerei, die gesundheitsschädigenden Belastungen für Menschen und Tiere, durch die Aktivitäten der Bürgerinitiative bisher verhindert werden. Trotz der realen Gefährdungen für die Anwohner, die Tiere und die Natur, ist die Sache noch nicht vom Tisch: Im März 2010 stellte der Landwirt Jürgen Ernst einen Antrag auf Zulassung eines vorzeitigen Baubeginns. Eine Genehmigung wäre bestenfalls unverständlich, wenn nicht sogar irrsinnig.

Für die über 50 Millionen Masthühner, die in Deutschland gehalten werden, für die Anwohner der existierenden Ställe, deren Gesundheit unter den extremen Belastungen leidet und deren Immobilienwerte oft um mehr als die Hälfte reduziert werden, scheint es fast zu spät zu sein. Die Tiere und die Natur, die durch die Mastställe zerstört wurden und werden, können nicht wiederbelebt werden. Diese Verluste kann Billigwurst kaum wett machen.

Auch die Putenzuchtbetriebe müssen künftig mit großer Skepsis betrachtet werden. Kürzlich setzte Christian Wulff eine Agrarindustrielle – Fr. Grotelüschen - als Landwirtschaftsministerin ein. In ihrer Position ist sie auch verantwortlich in Sachen Tierschutz. Astrid Grotelüschen verdient jedoch mit der Massenaufzucht von 5 Millionen Puten jährlich ihr Geld. Massentierhaltung, der Schutz der Menschen, Tiere und Wälder, schließen sich jedoch weitgehend aus.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!