MZM - Reisen: Dubiose Kaffeefahrten von Polen nach Deutschland
Abzocke bei Kaffeefahrten
Verbraucherinformationszentrum berichtet von neuer Abzocke bei Verkaufsveranstaltungen
Dr. Katarzyna Guzenda, stellvertretende Leiterin des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums, erläutert die dreiste Vorgehensweise von MZM: „Der Reisevermittler kommt seinen Informationspflichten nicht nach. So teilt er den Verbrauchern beispielsweise erst ca. einen Monat nach der Buchung mit, wer der Reiseveranstalter der gebuchten Reise ist. Eine Telefonnummer und Faxnummer des Veranstalters gibt er jedoch nicht bekannt. Hinzukommt, dass in den Reiseunterlagen ein Unternehmen als Adressat des Widerrufs benannt wird, das nach Auskunft des zuständigen Amtsgerichts nicht im Handelsregister eingetragen war.“
Außerdem erhielten die ahnungslosen Verbraucher Zahlungsaufforderungen, ohne dass sie einen Sicherungsschein bekommen haben. „Nach dem geltenden Recht dürfen jedoch Reisevermittler nur dann Anzahlungen verlangen, wenn dem Kunden zuvor ein Sicherungsschein übergeben wurde“, erklärt die Verbraucherschützerin. Der Reisesicherungsschein stellt einen Nachweis dafür dar, dass der Reiseveranstalter gegen Konkurs und Zahlungsunfähigkeit versichert ist.
„Vor Buchung solcher angeblich gewonnenen Reisen bei einer Werbeverkaufsveranstaltung raten wir generell ab“, warnt Dr. Guzenda. „Wenn Sie schon mal gebucht haben, tätigen Sie keine Anzahlungen! Zu Hause können Sie in aller Ruhe überlegen, ob die gewonnene Reise tatsächlich ein Schnäppchen ist. Gegebenenfalls können sie den Vertrag widerrufen und somit die Buchung rückgängig machen.“ Auch die Verschiebung des Reisetermins durch das Reisebüro berechtigt zum Rücktritt. Allerdings zeigt die Praxis, dass die dubiosen Kaffeefahrtveranstalter die getätigten Anzahlungen freiwillig nicht erstatten wollen. Den bereits betroffenen Verbrauchern rät die Juristin zur Strafanzeige und zur Einleitung entsprechender zivilrechtlicher Schritte.
Mehr Informationen zu diesen und anderen Verbraucherthemen können Interessierte im Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum in Frankfurt (Oder), Karl- Marx- Str. 7, oder telefonisch unter 0335-500 80650 erhalten.
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Am 02. Dez. 2010 unter:
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