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Füttern von Wildtieren

BUND befürchtet unkontrollierte Verbreitung von Gen-Mais


06. März 2006

[ngo/ddp] Der BUND kritisiert die Verteilung von genmanipuliertem Mais an Jäger in Thüringen. Der Verband befürchtet eine unkontrollierte Ausbreitung auf konventionellen Mais, wie BUND-Landesgeschäftsführer Burkhard Vogel am Donnerstag in Erfurt sagte. Laut Vogel verstreut sich das Saatgut zum Füttern der Wildtiere in alle Himmelsrichtungen. Das Sozialministerium wies die Vorwürfe zurück.

Eine Gefahr sieht der Geschäftsführer vom Thüringer Ökoherz, Frank Augsten, darin, dass der Mais erst nach der Frostperiode an die Wildtiere verfüttert wird. So überwintere der Mais und keime unkontrolliert aus.

Das Sozialministerium habe die Abgabe von genmanipuliertem Mais an Jäger im vergangenen Herbst genehmigt. Nach Ansicht von Augsten verstößt die Behörde damit allerdings nicht gegen gesetzliche Vorgaben. Jedoch habe das Bundessortenamt den Anbauern in Dachwig empfohlen, den Mais zu vernichten. Die aber sollen laut Augsten ihre Kontakte zu den Jägern genutzt und den Mais verteilt haben. "Keiner weiß, wo sich der Mais im Moment befindet", kritisiert Augsten. Dieser Umgang zeuge von geringer Sensibilität der Behörden.

Wie Vogel hinzufügte, kann sich der Gen-Mais zudem gesundheitsschädigend auswirken. Dies belegten erste Studien bei Tierversuchen. Demnach waren Versuchstiere, die zuvor mit einer zugelassenen Gen-Maissorte (Gentech-Mais MON 863) gefüttert wurden, erkrankt. Der Thüringer Gen-Mais (MON 810) war erstmals im Vorjahr vom Bundessortenamt in Dachwig bei Erfurt angebaut worden. Er soll laut Ministerium zur Schädlingsbekämpfung dienen.

Das Ministerium wies die Vorwürfe scharf zurück. "Möglicherweise handelt es sich um einen Profilierungsversuch von Augsten, der am Mittwoch im Kreis Weimarer Land zum Landratskandidaten aufgestellt worden ist", sagte Ministeriumssprecher Thomas Schulz. Durch den Mais bestehe auch keine Gefahr für Tiere und Menschen, sagte er. Die Maissorte MON 810 sei seit 1998 europaweit zugelassen.

Bundesweit werden in diesem Jahr rund 1300 Hektar genmanipulierter Mais angebaut. Das größte Anbaugebiet liegt nach Aussage der Grünen-Politikerin Astrid Rothe-Beinlich mit 989 Hektar in Brandenburg. In Mecklenburg-Vorpommern werden 363 Hektar, in Sachsen 62 Hektar und in Thüringen 0,14 Hektar Gen-Mais angebaut.

Während in Deutschland fünf weitere Genmaissorten in diesem Jahr zugelassen wurden, verweigern Polen und Österreich die Zulassung für den Anbau von Gen-Mais, wie Augsten erklärte. Als Grund hierfür nannten sie die fehlenden Tierversuche mit dem genveränderten Mais, der in Thüringen angebaut wird.

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