Teilnehmerrekord bei "Jugend musiziert"

Bundeswettbewerb

Rund 1.500 junge Musiker aus ganz Deutschland stellen sich ab Donnerstag dem Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" in Hamburg. Damit werde ein neuer Teilnehmerrekord erreicht, sagte der Bundesgeschäftsführer von "Jugend musiziert", Hans Peter Pairott, am heutigen Montag in Hamburg. Die hohe Zahl der Teilnehmer bringe die Veranstalter inzwischen an den Rand des Möglichen. Trotzdem werde es weiterhin keine zahlenmäßigen Begrenzungen geben.

Die Teilnehmer am Bundeswettbewerb waren als Sieger aus den Regional- und Landesausscheiden hervorgegangen. An den 160 Regionalwettbewerben nahmen rund 13.000 junge Musiker teil. 5.100 von ihnen qualifizierten sich für die Landeswettbewerbe. Die Wettbewerbsteilnehmer stehen nicht in direkter Konkurrenz zueinander. Vielmehr vergibt die Jury zwischen 1 und 25 Punkten. Bundespreisträger "Jugend musiziert" kann sich jeder nennen, der 23 bis 25 Punkte erhalten hat. Für besondere Begabungen und Leistungen werden Sonderpreise in Höhe von insgesamt rund 100.000 Mark vergeben. Darunter sind das Jahresstipendium der Deutschen Stiftung Musikleben, der mit 5.000 Mark dotierte Hans-Sikorski-Gedächtnispreis und der mit 10.000 Mark dotierte Sparkassen-Preis für Familienensembles.

In den Solowertungen des achttägigen Wettbewerbs "Jugend musiziert" werden in diesem Jahr die besten jungen Streicher, Akkordeon- sowie Schlagzeugspieler gesucht. Bei den Ensembles gibt es Wertungen für Alte Musik, für Klavier und ein Blasinstrument, für Klavier-Kammermusik, Zupfinstrumente sowie für Vokal- und Harfenensembles. Hinzu kommt die Kategorie "Besondere Ensembles - Alte Musik". Der Jury gehören 140 Professoren, Musikerzieher, Dozenten und Musiker, darunter mehrere ehemalige Preisträger des Bundeswettbewerbs, an.

Hamburg ist zum zweiten Mal Gastgeber des Bundeswettbewerbs. Bereits 1981 fand in der Hansestadt der Endausscheid von "Jugend musiziert" statt. Sämtliche Wertungsspiele sind öffentlich. Die Preisträger stellen sich am 3., 5. und 7. Juni in der Musikhalle Hamburg vor. Am 6. Juni wird der Sonderpreis für die besten Interpretationen zeitgenössischer Musik vergeben.

Zudem stehen drei Sonderkonzerte auf dem Programm. Am Donnerstag findet im Konservatorium Hamburg das Finale des "Europäischen Musikpreises für die Jugend" statt, und am Freitag stellen sich die Preisträger in einem Konzert mit der Radiophilharmonie in der Musikhalle vor. Am Samstag geben die Hamburger Symphoniker und ehemalige Bundespreisträger von "Jugend musiziert" ein Sonderkonzert in der Musikhalle.

Am Wettbewerb "Jugend musiziert" mit seinen Regional- und Landesausscheiden nimmt jährlich mehr als eine viertel Million Kinder und Jugendliche teil. Er ist damit die bedeutendste Fördermaßnahme für den musikalischen Nachwuchs. Junge Musiktalente, die sich später auf dem internationalen Parkett etablierten wie Anne Sophie Mutter und Frank Peter Zimmermann hatten beim Wettbewerb ihr Debüt. Veranstaltet wird "Jugend musiziert" seit 38 Jahren vom Deutschen Musikrat unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Die Grundfinanzierung übernehmen das Bundesjugendministerium und die Deutsche Stiftung Musikleben in Hamburg, die Sonderpreise und Stipendien in Höhe von insgesamt 60.000 Mark vergibt.