Eichel: Steuerzahler um 385 Millionen Mark entlastet

Euro-Umstellung

Die Steuerzahler werden nach Angaben von Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) beim Übergang zum Euro um 385 Millionen Mark entlastet. Zwar habe "nicht alles nach unten" abgerundet werden können, da sonst Steuerausfälle in Milliardenhöhe die Folge wären, sagte Eichel am Mittwoch im Bundestag. Es komme aber allein beim Arbeitnehmer-Pauschbetrag zu einem Steuerausfall in Höhe von 210 Millionen Mark.

Wenn sich der Handel bei der Euro-Umstellung ebenso wie die öffentliche Hand verhielte, wäre dies ein guter Beitrag zur Akzeptanz des Euro, fügte der Minister hinzu. Insbesondere bei Gütern des täglichen Bedarfs sprächen verkaufspsychologische Überlegungen für "Preisanpassungen nach unten". Was beispielsweise derzeit im Supermarkt 1,99 Mark koste, würde bei genauer Umrechnung ein Euro und zwei Cent kosten. In diesen Fällen spreche "einiges" dafür, dass der Preis eher auf 99 Cent festgelegt werde. Bei größeren und einmaligen Anschaffungen sei hingegen "davon auszugehen, dass es auch eine andere Tendenz geben kann". Hier müsse der Verbraucher dann "sehr genau" die Angebote prüfen.

Die Einführung des Euro-Bargelds liegt Eichel zufolge "voll im Plan". Ab diesem Monat könnten die Kreditinstitute das notwendige Euro-Bargeld ordern. Zur Auslieferung werde es dann ab September kommen. Ab dem 27. Dezember könne jeder bei den Instituten eine "Haushaltsmischung" mit 20 Euro-Münzen im Wert von 20 Mark erwerben, bevor der Euro ab dem 1. Januar 2002 gesetzliches Zahlungsmittel wird. Er sei "zuversichtlich", dass sich der Bargeld-Umlauf innerhalb weniger Tage vollständig normalisiert haben werde. Bis Ende 2002 nehmen Handel und Kreditwirtschaft D-Mark-Bargeld an, wer zu Hause über hohe Bargeld-Beträge verfüge, sollte das Geld schon jetzt auf sein Konto einzahlen. Das Guthaben werde dann automatisch umgestellt.