Betriebsräte und Vorstand von Opel verhandeln über Werkschließungen

Automobilindustrie

Betriebsrat und Vorstand der angeschlagenen Adam Opel AG sind offenbar am Montagmittag in Rüsselsheim zu Gesprächen über mögliche Werkschließungen zusammen gekommen. Unternehmensführung und Betriebsrat wollten den Beginn der Gespräche allerdings nicht bestätigen. Opel-Sprecher Rüdiger Assion sagte, erste Ergebnisse könnten "möglicherweise bereits am Abend" vorliegen. Die Arbeitnehmerseite hatte eine klare Absage des Vorstands an die Aufgabe von Werken und betriebsbedingte Kündigungen zur Vorbedingungen für die Gespräche über das Sanierungsprogramm "Olympia" gemacht.

Vorstandschef Carl-Peter Forster, der sich in den Verhandlungen am Montag aus Termingründen von Personalvorstand Norbert Küpper vertreten lässt, will die Adam Opel AG mit seinem Sanierungsprogramm "Olympia" ab 2003 wieder in die Gewinnzone führen. Das Konzept sieht Einsparungen von zwei Milliarden Euro (3,9 Milliarden Mark) vor. Zudem sollen die Kapazitäten europaweit bis 2003 um 15 Prozent oder um bis zu 350.000 Fahrzeuge reduziert werden. Dies entspricht in etwa der Kapazität eines Werkes. Forsters Anmerkung, Werksschließungen könne er nicht ausschließen, war in der vergangenen Woche auf heftigen Widerstand des europäischen Betriebrats gestoßen.

IG-Metall-Vorstandssprecher Claus Eilrich sagte, der Opel-Vorstand sei "gut beraten", auf die Bedingungen der Arbeitnehmerseite einzugehen. In diesem Fall stehe das Angebot des Betriebsrats, an der Sanierung des Unternehmen "tatkräftig mitzuwirken". Die Alternative, ein "harter Kurs" des Vorstands mit Werkschließungen und Kündigungen, werde dagegen "Unruhe" in das Unternehmen bringen, "die es jetzt nicht brauchen kann", warnte Eilrich.