60000 Globalisierungskritiker trafen richtungsweisende Absprachen

Weltsozialforum

Zum zweiten Weltsozialforum sind 60.000 Teilnehmer nach Porto Alegre gereist. Die globalisierungskritische Bewegung verfüge nach wie vor über eine enorme Dynamik, erklärte Sven Giegold, Mitglied der Delegation von ATTAC Deutschland in Porto Alegre. Es werde deutlich, dass die Bewegung auch unabhängig von Gipfeltreffen sehr viele Menschen mobilisiert. Über 1.000 Veranstaltungen beschäftigen sich mit den unterschiedlichsten Aspekten der neoliberalen Globalisierung.

Auf dem Weltsozialforum wurden wichtige Absprachen und Beschlüsse für die nächsten Kampagnen der globalisierungskritische Bewegung getroffen. Dazu diente auch das gestrige Treffen der europäischen Attac-Sektionen sowie das zweite weltweite Attac-Treffen der inzwischen 40 Attac-Sektionen.

Noch in diesem November wird in Italien ein erstes europäisches Sozialforum stattfinden, bei dem sich die globalisierungskritische Bewegung aus allen Teilen Europas treffen wird. Auch in allen anderen Kontinenten werden Sozialforen stattfinden. Danach wird es Anfang 2003 wieder ein Weltsozialforum in Porto Alegre geben.

Die Kampagne zur Durchsetzung der Tobinsteuer in Europa wird verstärkt. Dazu wurde eine internationale Task Force gegründet.

Die internationale Entschuldungsbewegung hat sich darauf geeinigt, die Durchsetzung eines internationalen Insolvenzverfahrens voranzutreiben, das erstmals zur Lösung der Argentinienkrise angewendet werden soll. Im Rahmen dieses Verfahrens soll ein unabhängiges Panel entscheiden, was im Falle der Überschuldung von Staaten geschieht. Auf diese Weise wird ein faires und transparentes Verfahren das Diktat der Gläubiger in IWF, Weltbank und des Pariser Clubs ablösen.