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Verbraucher Initiative informiert über Schadstoffe in Innenräumen

Wohngiften auf der Spur

Meist beginnt alles mit dem Kauf eines vermeintlich harmlosen Schranks, eines Teppichs oder mit einer Baumaßnahme: Gestank, Augentränen, Atemwegreizung, Schlaflosigkeit und andere Krankheitssymptome setzen ein. Wer in diese Situation gerät, ist meist auf sich selbst gestellt. Die Verbraucher Initiative bietet in einer neuen Broschüre Informationen und praktische Hilfen für das Erkennen, Bewerten und Beseitigen von Schadstoffen im eigenen Heim.

Im Unterschied zur Außenluft gibt es für die Luftbelastung in Innenräumen keine gesetzlichen Vorgaben. "Das ist eine bedeutende Lücke im Verbraucherschutz, denn immerhin halten wir uns in Deutschland zu 80 bis 90 Prozent des Tages in geschlossenen Räumen auf," erläutert Ralf Schmidt, Umweltexperte der Verbraucher Initiative.

Wer glaubt, eine Schadstoffquelle im Haus zu haben, der muss sich in der Regel allein auf die Suche machen. Bei schwer auffindbaren Emissionsquellen kann es im Einzelfall schwierig werden, sein Recht auf gesunde Luft in den eigenen vier Wänden gegenüber Händlern oder Handwerkern durchzusetzen. Dann geht es oft nicht ohne Gutachter. "Bevor man teure Schadstoffmessungen in Auftrag gibt, sollte immer zunächst ein Arzt aufgesucht werden, am besten ein zugelassener Umweltmediziner," rät die Verbraucher Initiative.

Bei der Wahl eines geeigneten Prüflabors gilt es dann, die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht jedes Institut erfüllt die erforderlichen Qualitätsanforderungen. "Es gibt durchaus schwarze Schafe, die Geschäfte mit der Angst der Kunden vor Schadstoffen machen. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn mit der Messung auch gleich Sanierungsmaßnahmen angeboten werden," empfiehlt Schmidt. Die Broschüre bietet weitere konkrete Tipps für die Suche nach einem seriösen Prüfinstitut. Außerdem bietet sie einen Überblick über die Quellen und die gesundheitlichen Wirkungen häufig vorkommender Innenraumschadstoffe, von A wie Asbest bis W wie Weichmacher.

Anhand aktueller Gerichtsurteile zeigt die Verbraucher Initiative auf, dass auch Mieter sich gegen Schadstoffe zur Wehr setzen können. Schmidt: "Schadstoffe sind ein Wohnungsmangel der häufig zur Mietminderung berechtigt, beispielsweise wenn eine konkrete Gesundheitsgefährdung nachgewiesen ist."

Die achtseitige Broschüre Schadstoffe in Innenräumen kann gegen Einsendung von 2,60 Euro (inkl. Versand, Scheck oder Briefmarken) bei der Verbraucher Initiative e.V., Elsenstr. 106, 12435 Berlin oder online bestellt werden.