Nachwachsende Rohstoffe

Naturdämmstoffe in Außenwänden bewährt | Studie: Nachwachsende Rohstoffe halten Wände trocken

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind auch in Außenwänden dauerhaft einsetzbar. Das belegt eine Studie der FH Kiel im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). Die Naturmaterialien dämmen auch bei langanhaltender Feuchtigkeit nicht nur gut, sondern gleichen Schwankungen der Temperatur und der Feuchtigkeit teilweise sogar besser aus als ihre mineralischen Konkurrenten.

Im Innenausbau bewährt, wurden Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen für Außenwände bisher nur wenig getestet. Drei Jahre lang hat das Institut für Baustofftechnologie der FH Kiel deshalb jetzt 12 verschiedene Naturdämmstoffe für Außenwände speziell unter diesem Aspekt geprüft, auch mit Messungen an einem konkreten Bauwerk. Die Dämmstoffe bestanden zumeist aus Zellulose, Holzwolle, Hanf- und Flachsfasern oder Schafwolle. Mit einem eigens entwickelten Messsystem wurden Werte wie Temperatur und Feuchtigkeit kontinuierlich aufgezeichnet und ausgewertet.

Die Naturdämmstoffe hätten in den Tests durchgängig gute Werte erreicht, so die Forscher. Naturdämmstoffe würden bei Feuchtigkeit zwar schwerer, dämmten aber fast gleich gut. Auch mit Schimmel- oder Mikrobenbefall sei nicht zu rechnen. Versuche mit Modellwänden in einer Klimakammer sowie Berechungen mit einem Feuchtesimulationsprogramm, die zeigen sollten, ob Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen auch extremen Bedingungen dauerhaft standhalten, brachten gute Ergebnisse: Naturmaterialien in der Außenwand gleichen schwankende Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten sehr gut aus, vor allem wenn sie eine hohe Rohdichte und eine geringe Wärmeleitfähigkeit haben. Die Publikation der Ergebnisse erschien unter dem Ttel: "Symposium Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" im Fraunhofer IRB Verlag (ISBN 3-8167-4740-X).

Am 01-10-2002

Umweltentlastung

Das in Deutschland einmalige Demonstrationszentrum für Energie sparendes und ökologisches Bauen der Handwerkskammer Münster (Paul Schnitker-Haus) ist eröffnet. Das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 1,5 Millionen Euro geförderte Zentrum soll Umweltschutz und Handwerk stärker verzahnen und so der Bauwirtschaft neue ökologische Impulse geben. "Obwohl Bauen heute vielfach von internationalen Unternehmen geprägt ist, wird doch nach wie vor die große Masse der Baumaßnahmen von kleinen und mittelständischen Handwerksbetrieben ausgeführt", sagte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde heute bei der Eröffnung. "Als Praktiker vor Ort kommt somit dem kleinen Handwerksbetrieb eine entscheidende Schlüsselposition zu."

Das Demonstrationszentrum will Handwerker in der Meisterschule und in Lehrgängen auf innovative und Umwelt entlastende Bautechniken und - materialien aufmerksam machen und weiterqualifizieren. Das Gebäude selbst ist dabei Vorbild: Es besteht aus zwei Häusern mit fünf Einheiten, die je unterschiedliche Energiestandards erfüllen und überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut sind. Neben dem Architekten Rainer Maria Kresing (Münster) haben mehrere spezialisierte Ingenieurbüros und das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (Stuttgart) den Bau begleitet. In das neue Objekt ist auch das "Kompetenzzentrum Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen" eingezogen, das seit 2001 bei der Handwerkskammer angesiedelt ist.

"Das Handwerk wird in Zukunft noch stärker an der Planung und Gestaltung beteiligt sein, sei es bei Neubauten oder bei der Sanierung", so Brickwedde. "Deshalb ist es wichtig zu erkennen, wie bedeutsam der einzelne Handwerker für das Baugeschehen ist. Er ist es, der dem Bauherrn ökologische Alternativen vorschlagen und diese in die Tat umsetzen kann. Beim Handwerk liegt es maßgeblich, ob das Wissen, das an den Hochschulen erarbeitet wird, auch in die Praxis getragen wird."

Die DBU setzt sich seit Jahren für die Einbindung des Umweltschutzes in die Aus- und Weiterbildung des Handwerks ein. In Zusammenarbeit mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) wurden mit einer DBU-Förderung von über zehn Millionen Euro bundesweit sieben Umweltzentren eingerichtet, beispielsweise in Hannover und Leipzig, sowie zwei bestehende Zentren weiterentwickelt. Auch das Energie- und Umweltzentrum des Handwerkskammer-Bildungszentrums in Münster entstand 1994 mit Hilfe einer DBU-Finanzspritze von 1,7 Millionen Euro.

Am 05-02-2004

70 Rohstoffe vom Acker

Eine CD-ROM zum Thema "Nachwachsende Rohstoffe" wurde jetzt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz und mit Unterstützung der Landesinitiative Hessen-Media an der Professur für Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen (Prof. Dr. Wolfgang Friedt) erstellt. Parallel zu der etablierten Internetseite informiert die CD-ROM über alternative Nutzungsmöglichkeiten von Pflanzen und die gestiegene Bedeutung der Nachwachsenden Rohstoffe auch als Alternative zu Produkten aus Erdöl.

Die CD-ROM stellt über 70 verschiedene Rohstoffpflanzen ausführlich vor. Neben biologischen Merkmalen werden sowohl die Verwendungsmöglichkeiten und Anbauverfahren der jeweiligen Pflanzen als auch aktuelle Entwicklungen in der Rohstoffpflanzenforschung und -züchtung beschrieben. Neben einer Literaturliste finden sich auf der CD-ROM allgemeine Berichte über Rohstoffe, Verarbeitung, Produkte und Forschung, die zum grundlegenden Verständnis der jeweiligen Themen

beitragen. Eine ausführliche Adressenliste verweist auf weiterführende Informationsquellen, auf Forschungseinrichtungen sowie auf Ministerien und Ämter. Daneben enthält die CD-ROM eine umfangreiche Bilddatenbank. Die Bereitstellung von Informationen über Nachwachsende Rohstoffe auf CD-ROM macht das Thema auch Interessenten zugänglich, die das Online-Internetangebot nicht nutzen können. Außerdem eignet sich der Datenträger besonders für den Einsatz in Schulen und anderen Bildungsstätten.

Die neue CD-ROM ist an der Professur für Pflanzenzüchtung, Justus-Liebig-Universität Gießen (Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Gießen) sowie beim Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Referat: Forschung und Innovation (Hölderlinstr. 1-3, 65187 Wiesbaden) auf Anfrage kostenlos erhältlich.

Am 11-02-2004

Steigender Ölpreis forciert positive Entwicklung

Der Verband der europäischen Biokunststoffindustrie IBAW konstatiert ein erfreuliches Wachstum der Branche. Nach seiner Schätzung belief sich der Verbrauch von Biokunststoffen auf annähernd 40.000 Tonnen im Jahr 2003, dies bedeutet eine Verdopplung gegenüber 2001. Darin eingeschlossen sind erdölbasierte Anteile und Werkstoffe, die vollständig biologisch abbaubar sind. Sie werden für die Gebrauchstauglichkeit heute oft noch benötigt. Die Hersteller setzen jedoch auf nachwachsende Rohstoffe nach der Devise "soviel wie technisch möglich". Pflanzenstärke, Zellulose und Pflanzenöl dominieren heute bereits die Rohstoffbasis, ihr Anteil soll weiter wachsen.

Durch den sinkenden Erdölanteil im Produkt nimmt die Abhängigkeit der Biokunststoffe vom Erdölpreis ab und verwandelt sich zunehmend in einen Vorteil gegenüber den marktbeherrschenden Standardkunststoffen. Als erdölbasierte Produkte konkurrieren diese mit der Energiegewinnung und dem weltweit wachsenden Verkehr um die endliche Ressource Erdöl.

"Zuerst hat die Industrie reagiert, Chemie- und Kunststoffindustrie verfolgen die Innovation Biokunststoffe mit zunehmender Intensität", stellt Harald Käb, Vorsitzender der IBAW, fest. Nun reagiert auch die Politik, wie die jüngsten Diskussionspapiere der Bundestagsfraktionen zeigen: Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe für technische Produkte soll zukünftig ebenfalls unterstützt werden. Die Nutzung von Biomasse als Kraftstoff oder Energieträger zur Stromgewinnung boomt heute aufgrund der förderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen. "Biokunststoffe und Erneuerbare Energien folgen dem gleichen Leitbild", so Käb.

In Anwendungen wie kompostierbaren Tragetaschen, biologisch abbaubaren Mulchfolien, Verpackungschips oder Bioabfalltüten sind Biomaterialien bereits sehr erfolgreich. In mehreren europäischen Ländern werden Biokunststoffe zunehmend auch als Verpackungen für Lebensmittel wie Obst- und Gemüse und für Hygieneprodukte eingesetzt.

Kunststoffe benötigen mindestens 20 Jahre von ihrer Entwicklung bis zur breiten Durchsetzung im Markt. Das Zeitalter der Biokunststoffe hat gerade erst begonnen. Die IBAW erwartet eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums.

Am 20-08-2004

Chemieindustrie

Die wirksamste Maßnahme, um Wirtschaft und Gesellschaft langfristig weniger abhängig von fossilen Ressourcen zu machen, ist die Absenkung des Energieverbrauchs. "Damit erreichen wir mit Abstand am meisten für die Ressourcenschonung in Deutschland", sagte Dr. Jürgen Hambrecht, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), auf der Konferenz "Green-Tech 2005" am 2. Februar in Potsdam. So können allein durch einen flächendeckenden Einsatz von modernen Dämmstoffen im Altbaubestand jährlich über 65 Millionen Tonnen Erdöl und Erdgas für Heizzwecke eingespart werden. Außerdem müsse man intensiv daran arbeiten, so der VCI-Präsident, neue Energiequellen zu erschließen.

Hambrecht warnte dagegen vor zu hohen Erwartungen an den Einsatz nachwachsender Rohstoffe mit Blick auf die Einsparung fossiler Ressourcen. Speziell die chemische Industrie benötigt nur vier Prozent vom gesamten Erdölbedarf in Deutschland als Rohstoff für die Produktion.

Die chemische Industrie in Deutschland setzt heute rund zwei Millionen Tonnen pflanzliche Rohstoffe pro Jahr in der Produktion ein - ohne dass sie dafür eine staatliche Förderung beansprucht. Dies entspricht einem Anteil von rund 10 Prozent ihrer gesamtem Rohstoffbasis, die ansonsten auf Erdöl und Erdgas beruht. Pflanzliche Fette und Öle werden für die Herstellung von Waschmitteln und Kosmetika verwendet, Cellulose, Stärke und Zucker spielen bei der Produktion von Lacken, Druckfarben oder Schmierstoffen eine wichtige Rolle.

Um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen in der chemischen Industrie voranzutreiben, müssen gesetzliche Hürden beseitigt und die Grundlagenforschung in Deutschland vom Bund stärker gefördert werden. "Nachwachsende Rohstoffe bieten eine Menge Chancen für unsere Branche. Ihr Innovationspotenzial können wir aber nur mit der Bio- und Gentechnik ausschöpfen", betonte Hambrecht in Potsdam. Der VCI-Präsident kritisierte in diesem Zusammenhang das vor kurzem novellierte Gentechnik-Gesetz als "ebenso bleischweren wie unnötigen Hemmschuh".

Als kontraproduktiv für die industriellen Chancen nachwachsender Rohstoffe wertete der VCI-Präsident und BASF-Chef staatlich vorgegebene Verwendungsquoten oder eine Förderung durch Energiepreisaufschläge analog zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), wie sie Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Konzept "Weg vom Öl" formuliert haben. Danach soll die chemische Industrie bis 2020 ihren Rohstoffbedarf zu einem Viertel aus Biomasse decken. "Solche Instrumente untergraben die Wettbewerbsfähigkeit neuer Produkte und leisten nur unwirtschaftlichen Lösungen Vorschub", sagte Hambrecht. Auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe müsse sich an den Bedingungen des Marktes orientieren: "Produkte oder Verfahren auf dieser Basis müssen wirtschaftlich, technisch und ökologisch eine bessere Alternative zum Erdöl darstellen."

Am 04-02-2005

Genug "vage Schätzungen"

Nach Ansicht des Naturschutzbundes NABU bestehen nach wie vor erhebliche Wissenslücken über die Auswirkungen des Anbaus von Gen-Pflanzen auf die Natur. Mit der Studie "Agro-Gentechnik und Naturschutz" behandelt der Umweltverband nun die negativen Folgen von großflächigen Gen-Äckern auf die biologische Vielfalt. Da es bisher an Risikoforschung in diesem Bereich mangele, würden Zulassungen und Bewertungen von Gen-Pflanzen derzeit mehr auf vagen Schätzungen denn auf gesicherten Kenntnissen getroffen werden.

Laut NABU-Studie beruhen infolge der fehlenden Risikoforschung Zulassungen und Bewertungen von Gen-Pflanzen derzeit mehr auf vagen Schätzungen denn auf gesicherten Kenntnissen. Nach Ansicht des Umweltverbandes ist es daher dringend notwendig, die dafür erforderlichen Daten aus einer unabhängigen Risikoforschung zu gewinnen.

"Viele wild lebende und heute schon bedrohte Pflanzen und Tiere sind auf landwirtschaftlich genutzte Flächen angewiesen, damit sie überleben können", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass dieser Lebensraum durch den kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen massiv gefährdet werde.

"Die Fakten belegen, dass die derzeitige Zulassungspraxis auf EU-Ebene sowie der Umgang mit der Agro-Gentechnik höchst fragwürdig ist", betonte Tschimpke. Die Hersteller gentechnisch veränderter Organismen müssten vom Gesetzgeber zu mehr Transparenz verpflichtet werden. "Alle umweltrelevanten Daten müssen öffentlich gemacht sowie Forschungsergebnisse dokumentiert werden".

Vor diesem Hintergrund begrüßte der NABU Pläne des Bundesverbraucherministeriums, ein Forschungsprogramm zur Auswirkung von gentechnisch veränderten Pflanzen auf biologische Vielfalt und Naturhaushalt aufzulegen. Aus Sicht des NABU dürfe dabei jedoch nicht - wie bislang geplant - nur die Auswirkung von Gen-Mais auf die Artenvielfalt untersucht werden. "Das ist sehr kurzfristig gedacht", kritisierte Tschimpke. Der Anbau genetisch veränderter Bäume und nachwachsender Rohstoffe - wie zum Beispiel Gen-Raps - werde in Zukunft einen "scharfen Eingriff" in die Natur verursachen.

Am 08-04-2005

Papua Neuguinea verbietet Plastiksäcke

Noch in diesem Monat wird im Hochland von Papua Neuguinea der Einsatz von Plastiksäcken gesetzlich verboten werden. In dem Entwicklungsland sorgen die Abfälle für unlösbare Umweltprobleme. daher sollen die Plastiksäcke durch Papiersäcke ersetzt werden. Was in dem Entwicklungsland als Zielsetzung zum Umweltschutz für Schlagzeilen sorgt, beschäftigt in Europa Chemiker und die Industrie gleichermaßen: Die deutsche Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Gützlow hat erst vor kurzem in einer neu erschienenen Broschüre über die Vorteile umweltfreundlicher Verpackungen berichtet, die den traditionellen Plastiksack ersetzen sollen.

"Bioplastik zählt wohl zu den interessantesten Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen. Denn das im einfachsten Fall aus Stärke, Zucker oder Zellulose hergestellte Material ist nicht nur vielfältig einsetzbar, sondern besticht auch durch besondere ökologische Qualitäten", so Barbara Wenig von der FNR. "Egal ob Kompostierung oder energetische Nachnutzung, die umweltfreundliche Entsorgung ist garantiert", so die Expertin. Die Broschüre biete einen fundierten Überblick über die biologisch abbaubaren Werkstoffe (BAW) und ihre besonderen Qualitäten.

Vom 26. bis 27. März 2003 findet in Tübingen das Symposium "Nachwachsende Rohstoffe für die Chemie" statt. Bereits zum achten Mal sind Vertreter aus Forschung und Industrie eingeladen, die neuesten Trends der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu diskutieren. Neben dem aktuellen Stand der Forschung sind verstärkt auch die Perspektiven der "Rohstoffe vom Acker" ein Thema. Veranstalter sind das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sowie die FNR.

Natürlich bleibt es zu hoffen, dass das technische Wissen über die Herstellung nachwachsender Rohstoffe und die Anwendung umweltfreundlicher Technologien auch in Entwicklungsländern Fuß fasst. Gerade diese Staaten kämpfen mit wachsenden Müllbergen aus Plastikabfällen, die zusätzlich die Gefahr von Krankheiten in sich bergen. In Papua Neuguinea macht sich das Coastal Cleanup Committee für die Durchsetzung des Plastiksack-Verbots stark. Bereits im vergangenen Jahr wollte die Umweltorganisation das Verbot durchsetzen. Mount Hagen, eine der schönsten Regionen Neuguineas, soll in den kommenden Monaten vom Plastikmüll befreit werden. Umfassende Reinigungsarbeiten sollen auch in der gleichnamigen Provinzhauptstadt für Sauberkeit sorgen, berichtet Pious Pim, City Manager von Mount Hagen.

Am 05-02-2003

Bioenergie

Ökologie und Ökonomie müssen bei einer Ausweitung des Energiepflanzenanbaus nicht im Widerspruch stehen. Darüber waren sich Referenten aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz bei einem Perspektivforum des Bundesverbands BioEnergie e.V. (BBE) und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) einig. Erstmals hatten sich Vertreter der verschiedenen Bereiche in Berlin getroffen, um gemeinsam die Rahmenbedingungen zu gestalten.

Biomasse ist bei weitem der interessanteste erneuerbare Energieträger. Sie kann nicht nur gespeichert und nach Bedarf eingesetzt werden, sondern birgt außerdem eine Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten. Zu der nutzbaren Biomasse aus deutschen Wäldern kommen die Erträge von eigens angebauten Energiepflanzen noch hinzu. Vor allem hier gilt es jedoch rechtzeitig abzuwägen, wo welche Rohstoffpflanzen für Wärme, Strom oder Treibstoffe angebaut werden sollten. Da ökonomische und ökologische Erwägungen dabei gleichermaßen wichtig sind, hatten BBE und FNR Bauern und Naturschützer in Berlin an einen Tisch geholt, um sich abzustimmen.

"Der Energiepflanzenanbau in Deutschland hat das Zeug, wirklich ein tragfähiger Pfeiler der Energieversorgung zu werden, aber wir stehen erst am Anfang", brachte Gerd Sonnleitner vom Deutschen Bauernverband e.V. die Situation auf den Punkt. Mit den Vertretern des Naturschutzes war er sich einig, dass in Deutschland erhebliche Potenziale bestehen: die Zahlen schwanken zwischen 2 bis 4 Millionen Hektar. Um diese Ackerfläche ökologisch und ökonomisch zu bewirtschaften, müssen jedoch

neue ackerbauliche Konzepte entwickelt werden. Ein Beispiel dafür gab Prof. Konrad Scheffer von der Uni Kassel mit dem Bioenergiehof Obernjesa. Biomasse kommt dort in einem natürlichen Ökosystem zum Anbau und wird anschließend in einer Biogasanlage in Energie umgewandelt.

Die Vorgaben des Naturschutzes nach Artenvielfalt, Schutz des Boden vor Erosion und Nährstoffauswaschung oder dem Beibehalt von Naturschutzflächen stehen also keinesfalls im Widerspruch zu einer Ausweitung des Energiepflanzenanbaus. "Im Rahmen einer natur- und umweltschutzverträglichen Land- und Forstwirtschaft ist ausreichender Raum für den Ausbau der Bioenergie" konstatierte folglich auch Dr. Bernhard Dreher vom Bundesumweltministerium. Nun gilt es, gemeinsam für eine sinnvollen Ausweitung des Energiepflanzenanbaus aktiv zu werden und ihm auch politisch die Wege zu bereiten.

Am 12-02-2004

Münster

Am 14. September 2004 lädt Bundesministerin Renate Künast zum Statusseminar "Bauen und Wohnen mit nachwachsenden Rohstoffen" nach Münster ein. Konkreter Anlass der Veranstaltung ist die Fertigstellung des mit Mitteln des BMVEL geförderten Kompetenzzentrums Bauen mit Nachwachsenden Rohstoffen (KNR). Der Bundesverbandes für Umweltberatung (bfub) unterstützt die Bestrebungen des Einsatzes der nachwachsenden Rohstoffe im Bereich Bau und sieht hier ein breites Handlungsfeld zum vorbeugenden Umweltschutz, angewandt durch Umwelt-, Energieberater und Akteure der Baubiologie und Architekten

Das Ziel des Statusseminars ist die Demonstration und Bewertung des erreichten Standes beim Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen im Bau- und Wohnbereich. Der Veranstalter des Seminars, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), hat in den letzten Jahren mehrere Forschungsvorhaben in diesem Bereich erfolgreich gefördert. Mit dem umfangreichen Programm werden vor allem Multiplikatoren aus Bauämtern, Handwerks- und Architektenkammern sowie Verbraucherschutzzentralen auf Bundes- und Länderebene angesprochen. Die interessantesten Projekte aus den Bereichen Holzsystembau, Wand- und Fußbodengestaltung, Innenraumfarben oder Naturdämmstoffen werden in Münster vorgestellt und diskutiert. Zudem berichten die am KNR beteiligten Arbeitsgemeinschaften über die Themen Fachberatung und Fortbildung von Bauakteuren.

Das breite Leistungsspektrum und das umfangreiche Lehrmaterial des Zentrums steht Architekten, Handwerkern und Baustoffhändlern für Aus- und Weiterbildungen zur Verfügung.

Am 20-08-2004

"Kleiner Bauerntag"

Für die Bundesregierung ist die Landwirtschaft ein "Zukunftsmarkt". Die Landwirtschaft versorge die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und trage erheblich zur Wertschöpfung in Deutschland bei. Mehr als eine Million Menschen sind laut Bundesregierung in der Landwirtschaft beschäftigt. "Seit Jahrhunderten prägen und gestalten bäuerliche Betriebe den ländlichen Raum. Deshalb fördert die Bundesregierung die ländlichen Räume in ganz besonderer Weise." Das unterstrich Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem "Kleinen Bauerntag" des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 26. Juni in Magdeburg.

Sowohl die konventionelle Landwirtschaft als auch der ökologische Landbau hätten ihre Existenzberechtigung. Man müsse vom mündigen Bürger ausgehen, der selbst entscheide, welche Produkte er essen wolle, meint die Kanzlerin.

"Kaum eine Branche ist so im Wandel wie die Landwirtschaft. Sie steht immer wieder vor riesigen Herausforderungen," so Merkel vor den Delegierten. Wachsende Bedeutung gewinne die Landwirtschaft, wenn es darum gehe, "die Versorgung des Landes mit Energie und Rohstoffen zu sichern". Entsprechend fördere die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von nachwachsenden Rohstoffen. Das schaffe für die Landwirtschaft neue wirtschaftliche Perspektiven.

"Wir wollen eine starke deutsche Landwirtschaft", so Merkel. Deswegen setze die Bundesregierung auf "Abbau von Überregulierung und Bürokratie".

Außerdem sichere sie auf EU-Ebene wie beispielsweise bei der Zuckermarktreform die Wettbewerbschancen der deutschen Bauern. "Vor zusätzlichen Belastungen haben wir die Bauern durch die Anhebung der Vorsteuerpauschale geschützt", sagte Merkel.

Merkel für konventionell, ökologisch und gentechnisch verändert Die Bundesregierung wolle "einerseits alles daran setzen, die genetische Vielfalt der Kulturpflanzen zu erhalten". Auf der anderen Seite solle die klassische Züchtung als Grundlage für die Entwicklung leistungsfähiger Sorten weiterentwickelt werden. Sie solle sowohl für die konventionelle als auch für die ökologische Landwirtschaft eingesetzt werden.

Bei der sogenannten Grünen Gentechnik meint die Bundeskanzlerin, die Menschen sollten selbst entscheiden, inwieweit sie sich im Lebensmittelbereich gentechnisch veränderten Lebensmitteln "zuwenden".

Die Skepsis in unseren Breitengraden sei aber groß und die Verbraucher seien sehr zögerlich. Dem müsse man natürlich ins Auge sehen und Rechnung tragen. Es sei deshalb eine wichtige Aufgabe, die "Interessen der Forschenden" und der Landwirte "zusammenzubringen". Es wäre fatal, wenn auf dem Forschungs- und Entwicklungsgebiet an dieser Stelle Weichenstellungen verpasst würden, für die Deutschland mit seinen Kenntnissen die besten Voraussetzungen habe, so Merkel.

Am 27. Jun. 2006