Bildungsverband kritisiert Hartz-Konzept

Arbeitsmarkt

Der Bildungsverband zweifelt an Teilen des Hartz-Konzepts zur Reform des Arbeitsmarktes. Die Pläne der Bundesregierung für die Personal-Service-Agenturen (PSA) und zur Weiterqualifizierung hält der Verband Träger beruflicher Bildung (Bildungsverband/BBB) für nicht realistisch. Unter anderem sei die geforderte Eingliederungsquote von 70 Prozent nach einer Qualifizierungsmaßnahme laut Helfrich unrealistisch. "Der Durchschnitt zeigt für den Osten eine Eingliederungsquote von 35 Prozent und für den Westen eine Quote von 48 Prozent", sagte Helfrich. Das bedeute, dass auch nach einer Weiterbildung durchschnittlich über die Hälfte der Absolventen keine Arbeit bekämen.

Die neuen Gesetze seien "mit heißer Nadel gestrickt", sagte Verbandsvorsitzender Rudolf Helfrich am Donnerstag in Berlin. Bei den PSA würden Verleihquoten von 70 Prozent zugrunde gelegt. Das sei laut Helfrich zu optimistisch. Gewerbliche Arbeitskräftevermittler hätten nur bei guter Konjunktur in wirtschaftlich starken Regionen solche Verleihraten.

Auch von den geplanten Bildungsgutscheinen verspricht sich der Verband nicht viel. Arbeitslose sollen Bildungsgutscheine bei einem zertifizierten Bildungsträger seiner Wahl einlösen können. Eine umfassende Zertifizierung der angebotenen Weiterbildung sei laut BBB eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Gutscheine, denn derzeit gebe es in Deutschland etwa 20 000 Bildungsangebote.

Der Bildungsverband ist eine Interessenvertretung für Träger beruflicher Bildung. Etwa 30 Prozent der Weiterbildungsmaßnahmen in Deutschland werden von Mitgliedern des Verbandes durchgeführt.