400.000 Menschen hungern in Angola

Humanitäre Hilfe

In Angola sind über 400.000 hungernde Menschen von Hilfslieferungen abgeschnitten. Das berichtet die Menschenrechtsorganisation World Vision. Allein in der Provinz Huambo stünden mehr als 400.000 Menschen vor dem Hungertod. Sie seien von humanitärer Hilfe abgeschnitten, weil die Straßen vermint und damit nicht befahrbar seien, so Pressereferent Sönke C. Weiss.

"Es ist verheerend. Seit Oktober vergangenen Jahres ist hier nicht mehr geholfen worden. Die Menschen ernähren sich von Baumrinde und wilden Pflanzen. Überall an den Straßenrändern sieht man frische Gräber. In den meisten davon liegen Kinder", berichtet Weiss aus Schätzungsweise 30 Millionen Minen seien noch vergraben.

Seit dem 4. April vergangenen Jahres gelte der Waffenstillstand. Dennoch irrten Millionen von Menschen im Land umher, darunter rund Hunderttausend Soldaten der geschlagenen Unita.

"Die Stimmung ist angespannt. Der Frieden ist zerbrechlicher denn je", sagt Henning Scharpff, Leiter des Welternährungsprogrammes (WFP) in Huambo.

"Nahrungsmittel sind der Schlüssel zum Frieden.“, so Erick de Mul, Chef der Vereinten Nationen (UN) in Angola.

Die internationale World Vision-Partnerschaft werde sich in den kommenden Monaten verstärkt um die Bedürfnisse Angolas kümmern, berichtet die Organisation. Geplant sei die Anschaffung von minengeschützten Fahrzeugen, die Verteilung von Lebensmitteln sowie von Saatgut und Werkzeugen. Weiss: "Das Land ist fruchtbar. Pro Jahr gibt es zwei Ernten. Angola könnte also ohne Weiteres Lebensmittel exportieren. Das ist unser Ziel."