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Weg frei für Kirch-Übernahme durch US-Milliardär Saban

Kauf ohne Auflagen genehmigt

Der Weg für die Übernahme der ehemaligen Kirch-Gruppe durch den US-Milliardär Haim Saban ist frei. Das Bundeskartellamt hat das Geschäft erwartungsgemäß ohne Auflagen genehmigt. Das bedeutet grünes Licht für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG sowie des Film- und TV-Rechtehandels der KirchMedia durch die Saban Capital Group. Da Saban noch nicht auf dem deutschen Markt aktiv ist, sei eine "Entstehung oder Verstärkung marktbeherrschender Stellungen" durch die Übernahme nicht zu erwarten, so das Bundeskartellamt.

Die Marktstruktur auf dem deutschen Fernsehwerbemarkt und dem Markt für TV-Rechte bleibe durch den Zusammenschluss von TV-Senderfamilie (Sat.1, ProSieben, Kabel 1, N24) und Filmrechte-Bibliothek unverändert. Weder Saban selbst noch die von ihm alleine kontrollierte private Investmentgruppe Saban Capital Group seien bisher im deutschen TV-Werbemarkt tätig. Frühere Aktivitäten im Bereich des Handels mit Film- und Fernsehrechten habe Saban bereits 2001 eingestellt, hieß es in der Begründung des Kartellamtes. Die Senderfamilie ProSiebenSat.1 erreicht laut Behörde gemeinsam mit der konkurrierenden RTL-Gruppe einen Marktanteil von über 80 Prozent im deutschen TV-Werbemarkt.

Mit 100 bis 150 Mio. Euro will sich auch der französische Fernsehsender TF1 an einen Anteil von rund zehn Prozent an ProSiebenSat.1 und KirchMedia beteiligen. Auf der Hauptversammlung von TF1 bestätigte Senderchef Patrick Le Lay dieses Vorhaben, nachdem die Teilnahme des ursprünglich gleichberechtigten Partners von Saban zunächst unsicher schien.

Der Einstieg bei der Senderfamilie ProSiebenSat.1 und dem Filmrechtehandel von KirchMedia wäre für TF1, eine Tochter des französischen Konzerns Bouygues, die erste größere Auslandsinvestition. Das 1987 privatisierte TV-Unternehmen ist inzwischen eine Mediengruppe mit Geschäftsbereichen vom TV-Betreiber über TV-Produktion bis zu Rechtehandel und Online-Geschäft.

Neben TF1 soll auch Mediaset, der Konzern des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, mit Saban im Gespräch um eine Beteiligung sein, so die Financial Times Deutschland. Demnach habe Saban dem Konzern bereits einen Minderheitsanteil angeboten. Man sei sich lediglich über den Preis uneinig.

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