Internet-Plattform Mut-gegen-rechte-gewalt gestartet

Fremdenfeindlichkeit

Die neue Internet-Plattform will die Zivilcourage gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland stärken. Beim Start der Website des Magazins "Stern" und der Amadeu Antonio Stiftung am Dienstag in Berlin sagte Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD), der Kampf gegen rechte Gewalt müsse ein ständiges Anliegen der Gesellschaft sein. Entsprechende Projekte dürften "keine Eintagsfliege" sein, warnte die Ministerin, unter deren Federführung das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie" läuft.

Schmidt begrüßte das neue Online-Angebot als "gute Initiative, um die Zivilgesellschaft zu stärken". Der Internet-Auftritt berichtet über die Entwicklung des Rechtsextremismus in Deutschland und stellt erfolgreiche Gegenstrategien vor. "Stern"-Chefredakteur Andreas Petzold unterstrich, Rechtsextremismus sei "weiterhin ein gefährliches Problem in Deutschland", auch wenn es in den Medien "derzeit oft von der schwierigen weltpolitischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation überlagert" werde. Nach den Worten der Vorstandsvorsitzenden der Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane, ist die Plattform ein Treffpunkt für alle, die das Bedürfnis vereine, etwas gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus zu tun.

Die "Stern"-Aktion "Mut gegen rechte Gewalt" wurde im August 2000 ins Leben gerufen. Sie soll zu mehr Zivilcourage ermutigen und wirksame, unbürokratische Hilfe gegen den Rechtsextremismus leisten. Bisher konnten laut Petzold rund 1,2 Millionen Euro Spenden gesammelt werden, die komplett an die Amadeu Antonio Stiftung fließen.