DIW für Befristung des Arbeitslosengeldes

Langzeitarbeitslosigkeit

Lange Anspruchsdauern beim Arbeitslosengeld und die im Prinzip zeitlich unbefristet gewährte Arbeitslosenhilfe sind wesentliche Faktoren für die hohe Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland. Dies ist das empirische Ergebnis, das im aktuellen Wochenbericht 25/2003 des DIW Berlin vorgestellt wird. Die Arbeitslosenunterstützung setze in der derzeitigen Form auch Anreize zur Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen und sollte mit zunehmender Arbeitslosigkeitsdauer merklich reduziert werden, so das Institut. Bei einer ausreichend bemessenen Übergangsfrist zur Wahrung des Vertrauensschutzes hält das DIW auch eine generelle Beschränkung der Anspruchsdauer beim Arbeitslosengeld auf maximal 12 Monate vertretbar.

In Deutschland gebe es beim Arbeitslosengeld ausgeprägte Mitnahmeeffekte, so die Kritik. Die Wahrscheinlichkeit, die Arbeitslosigkeit zu beenden, steige unmittelbar nach dem Auslaufen des Leistungsanspruchs deutlich an. Bestehe im Anschluss an das Arbeitslosengeld ein Anspruch auf Arbeitslosenhilfe, sei dies hingegen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, in der Arbeitslosigkeit zu verbleiben. Gerade bei den Männern trägt dies zur Langzeitarbeitslosigkeit bei.

Falls kein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder -hilfe besteht, seien nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit noch 43,5% der Männer in der mittleren Altersgruppe arbeitslos. Bestehe dagegen ein Leistungsanspruch auf Arbeitslosenunterstützung, erhöhe sich dieser Wert auf 66%.

Die jährliche Zugangsrate in die Arbeitslosigkeit betrage bei den Männern in der jüngeren Altersgruppe etwa 7%, für die Frauen nur etwas über 2%. Dieser Unterschied sei vor allem auf die wesentlich höhere Abgangsrate aus Beschäftigung in Nichterwerbstätigkeit bei jüngeren Frauen zurückzuführen.