Schiff mit Hilfslieferungen für Liberia gesunken

Havarie

Ein Schiff mit Hilfslieferungen für Vertriebene in Liberia ist in der Nacht zu Montag vor der westafrikanischen Küste gesunken. Die 19köpfige Besatzung des Frachters und zwei Passagiere konnten sich nach dem Unglück aber an Land retten und wurden anschließend in die Hauptstadt von Sierra Leone geflogen, teilte die internationale Hilfsorganisation WORLD VISION mit. Die genauen Umstände des Unglücks werden noch ermittelt.

Nach Angaben der Besatzung, die von WORLD VISION-Mitarbeitern bereits am Montag befragt werden konnte, geriet der in Sierra Leone gecharterte Frachter "Madame Monique" am Sonntag Abend in einen schweren Sturm, der ihn auf eine Sandbank trieb. Der mit Wasser gefüllt Schiffsraum sei vom Heck her gesunken. Zehn Stunden habe die Besatzung versucht, das Schiff zu retten, bevor sie es bei Tagesanbruch verließ.

An Bord des 140 Tonnen-Schiffes befanden sich Hilfsgüter im Wert von 77.000 Euro, darunter tausende Decken, Seife, Wasserkanister, Kunststoff-Behälter und Schlafmatten. Sie sollten in verschiedenen Aufnahmelagern an Vertriebene in Monrovia ausgegeben werden. Lebensmittel gehörten nicht zur Ladung. "Das Unglück ist ein herber Rückschlag, aber wir arbeiten intensiv daran, noch in dieser Woche auf anderem Weg Hilfsgüter zu den leidenden Menschen dieses Landes zu bringen", sagt Dr. Wolfgang Jamann, Leiter der Humanitären Hilfe bei WORLD VISION Deutschland. Er prüft derzeit die Optionen für einen Hilfsflug von Hannover oder Brindisi aus, wo die Organisation Lager für Katastrophenfälle unterhält. In Sierra Leone habe WORLD VISION auch noch Hilfsgüter vorrätig und ein Schiff mit weiteren Lieferungen sei unterwegs in die Region.

In Liberias Hauptstadt Monrovia haben internationale Mitarbeiter von WORLD VISION unterdessen die ersten Nahrungsmittel verteilt und in einem Waisenhaus für 460 Kinder eine Krankenstation eingerichtet. "Das Friedensabkommen zwischen der Regierung und den Rebellen wird die jetzt dringend notwenige Hilfe sehr erleichtern", so Programmleiter Rich Moseanko aus Monrovia. "Die Menschen fühlen sich schon sicherer und beginnen heimzukehren, allerdings meist mit leeren Händen und in geplünderte Häuser. Viele Menschen, einschließlich unserer eigenen Mitarbeiter, sind noch traumatisiert durch die erlebte Gewalt, ständige Flucht und Hunger. Wir dürfen uns also von den eigenen Rückschlägen nicht entmutigen lassen."

WORLD VISION Deutschland e.V. ist ein überkonfessionelles, christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten langfristige Entwicklungshilfe und humanitäre Nothilfe. Rund 150 Projekte werden momentan in 38 Ländern durchgeführt. WORLD VISION unterhält offizielle Arbeitsbeziehungen zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und arbeitet eng mit dem Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) zusammen. WORLD VISION ist der weltweit größte Verteiler von Lebensmitteln im Auftrag des Welternährungsprogrammes (WFP).

Für die Ausweitung der Hilfsprogramme in Liberia bittet WORLD VISION dringend um Spenden bei der Volksbank Frankfurt (BLZ 501 900 00), Kontonummer: 20 20, Stichwort: Flüchtlingshilfe Liberia.