Waldbrände vom Menschen verursacht

Kalifornien

Die verheerenden Waldbrände, die derzeit im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien wüten, sind nach Meinung des WWF auf jahrzehntelange Umwandlung der ursprünglichen und relativ Feuer resistenten Wälder in leicht entflammbare Waldflächen zurückzuführen. Das Auftreten eines Waldbrands sei eigentlich nichts Ungewöhnliches, die Intensität der aktuellen Feuer sei allerdings besorgniserregend und in den vergangenen hundert Jahren dramatisch gestiegen. Um die Wälder dauerhaft vor Brandkatastrophen zu schützen, müsse ihr natürlicher Zustand wieder hergestellt werden. Doch das brauche viel Zeit.

"Wer Wälder vor solchen verheerenden Bränden bewahren will, muss in langen Zeiträumen denken: Es hat etwa ein Jahrhundert gedauert, um die Wälder in ihren aktuellen desolaten Zustand zu versetzen - wir können die Uhr jetzt nicht einfach zurückdrehen, sondern müssen Jahrzehnte veranschlagen, wenn wir wieder einigermaßen natürliche Wälder haben wollen", stellt WWF-Waldexperte Martin Geiger klar. Dazu sei es nötig, die Ursachen zu bekämpfen, die dazu führten, dass sich kleinere Feuer zu katastrophalen Waldbränden ausweiten. So seien viele Wälder nach Ansicht des WWF zum Beispiel durch jahrelangen industriellen Holzeinschlag geschwächt. Wo Bäume massiv eingeschlagen würden, blieben leicht entflammbare Flächen übrig. Die wenigen verbleibenden Bäume seien verstärkt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, trocknen so schneller aus und sind damit ebenso wie nachwachsende Sträucher ein gefundenes Fressen für die Flammen.

In ursprünglichen Wäldern stünden dagegen viele alte und damit große und dicke Bäume, die kleineren Feuern leichter standhalten. So könne eine ausgewachsene Ponderosa-Kiefer durch ihre dicke Borke ein Feuer etwa eine Stunde lang ohne größere Schäden aushalten. Heute findet man nach meist mangelhaften Aufforstungen in vielen Wäldern häufig nur noch junge Bäume, die besonders dicht beieinander stehen und schnell ein Opfer der Flammen werden. "Alte Bäume sind immer eine Investition in die Zukunft eines Waldes", so Martin Geiger.

Auch der Straßenbau, der meist mit dem industriellen Kahlschlag einhergehe, muss nach Meinung des WWF eingedämmt werden. Je mehr Straßen einen Wald durchkreuzten, umso größer sei die Gefahr, dass Menschen in den Wald eindringen und ihn vorsätzlich durch bewusste Brandstiftung oder durch bloße Unachtsamkeit beim Umgang mit offenen Feuern schädigen.

Die Ursachen der Waldbrände in Kalifornien sieht der WWF in von Menschen verursachten Feuern und in kleineren Blitzeinschlägen, die sich in den Feuer anfälligen Wäldern leicht zu katastrophalen Bränden ausweiten könnten. Neben der Mittelmeerregion, Südostasien, Australien, Kanada und der Ostküste der USA zähle auch die amerikanische Westküste zu den derzeit größten Brandherden der Welt. 2002 brannten nach Angaben der United Nations Economic Commission for Europe in den USA insgesamt 1,7 Millionen Hektar Wald. Nach den Angaben des National Interagency Fire Center der USA fielen in Kalifornien in den vergangenen Tagen etwa 260.000 Hektar Wald den Flammen zum Opfer - das ist mehr als die Fläche des Saarlands.