Verkaufsverbot für Sparkasse Stralsund begrüßt

Globalisierungskritik

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat die Entscheidung des Landes Mecklenburg-Vorpommern begrüßt, den Verkauf der Sparkasse Stralsund zu untersagen. "Damit ist ein gefährlicher Präzedenzfall gestoppt worden", sagte Dr. Corell Wex von der Attac-AG Finanzmärkte. "Die Privatisierung von Sparkassen wäre unsinnig und schädlich."

Attac hatte Stralsunds Bürgermeister Harald Lastovka bereits im Dezember in einem offenen Brief aufgefordert, die Verkaufspläne zu stoppen. Wex: "Ohne Not soll ein wichtiger Bereich aus der öffentlichen Kontrolle entlassen werden." Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen sind nach Ansicht von Attac wichtig, um Ersparnisse in der Region zu halten und auch Menschen mit geringem Einkommen ein Girokonto zu ermöglichen. Auch die regionale Wirtschaft sei auf die Sparkassen angewiesen, sagte Wex.

Gerade in Zeiten, wo auch der Internationale Währungsfonds (IWF) das öffentliche Bankwesen in Deutschland ins Visier genommen hat, müssten die Sparkassen besser geschützt werden, fordert Attac. Die Bundesrepublik solle auf den Wegfall öffentlicher Garantien für den Sparkassensektor ab 2005 verzichten. "Das dient nur den Großbanken, die sich auf diese Weise einen Wiedereinstieg in ein lange vernachlässigtes Segment erhoffen. Gesamtwirtschaftlich ergibt dies jedoch genauso wenig Sinn wie der Verkauf der Stralsunder Sparkasse."