Weniger Gentech-Pflanzen mit Nutzen für Verbraucher

Nur fürs Image

Gentech-Konzerne versuchen verstärkt, mit Inhaltsstoffen wie gesunde Pflanzenölen, samenlosen Früchten und vitaminreichen Gemüse um Konsumenten zu werben. Dahinter steckt vor allem der Versuch, das Image von Gentech-Pflanzen zu verbessern. Auf dem Markt würden die neuen Entwicklungen auch in den nächsten fünf Jahren kaum erscheinen. Das zeigt der aktuelle Bericht "Verschobene Marktreife" des Gen-ethischen Netzwerkes e.V. (GeN). Die Studie untersucht, welche neuen transgenen Pflanzen entwickelt werden und wann sie auf den Markt kommen sollen. Ergebnis: Entgegen aller Versprechungen nehme die Anzahl der Versuche mit transgenen Pflanzen, die den KonsumentInnen mehr Nutzen bringen sollen, seit Mitte der 90er Jahre ab. Die Veränderung der Qualität sei technisch schwierig und der ökonomische Erfolg der Produkte ungewiss.

Das Hauptinteresse der Gentech-Industrie liege nach wie vor bei transgenen Pflanzen mit veränderten agronomischen Eigenschaften wie Herbizid- und Insektenresistenz, so das Ergebnis. "Die Gentech-Konzerne haben ein Problem: Die europäischen Verbraucher wollen keine Gentechnik auf dem Teller.", sagt Doris Tropper, stellvertretende Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

In den nächsten fünf Jahren würden weiter transgene Pflanzen der sogenannten ersten Generation das Marktgeschehen dominieren. Die Palette der bereits kommerzialisierten Pflanzenarten werde voraussichtlich um folgende neue Arten erweitert werden: Banane, Erbse, Erdnuss, Futterrübe, Gerste, Gurke, Kopfsalat, Luzerne, Pfeffer, Sonnenblume und Weizen. Sie sollen resistent gemacht werden gegen Pilze, Viren, Insekten und Herbizide.

Die Autoren der Studie, Christof Potthof und Benno Vogel, schließen nicht aus, dass vereinzelt auch Agrarprodukte mit veränderten Qualitätsmerkmalen auf den Markt kommen werden. "Die Gentech-Industrie arbeitet daran, die Haltbarkeit zu verlängern, die Verdaubarkeit bei Futtermitteln zu verbessern oder Fettsäuren-, Stärke- und Proteinstoffwechsel zu verändern." Allerdings würden diese Produkte den KonsumentInnen keine Vorteile bringen, sondern allenfalls den industriellen Verarbeitern von Lebens- und Futtermitteln.

Die Studie entstand mit der Unterstützung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bio Suisse, Greenpeace Schweiz, Pro Natura, WWF Schweiz, Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) und der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.