Grüne Liga kritisiert Berliner Politik

Internationaler Tag der Artenvielfalt

Die Grüne Liga Berlin weist anlässlich des Internationalen Tages der biologischen Vielfalt am 22. Mai auf die Politik gegen das Berliner Stadtgrün hin. In Pankow wurden Hausbesitzer vom Tiefbauamt aufgefordert, ihre illegale Fassadenbegrünung "sofort zu beenden", da es sich um "unerlaubte Nutzung des Straßenlandes handle", denn ebenda wurzeln die Übeltäter und das ohne Genehmigung. Mit den Pflanzen gehen auch zahlreiche Nistmöglichkeiten für großteils geschützte Vogelarten verloren. Das bedeutet einen doppelten Verlust für die Anwohner und einen schweren Schlag gegen die belebte Stadtnatur.

In der Bernauer Straße wurden wegen Straßenbaumaßnahmen mitten in der Vegetationsperiode 163 Bäume gefällt. Mit ihnen verschwinden auch etliche Nistmöglichkeiten und bereits bezogene Vogelnester. "Es sollen neue Bäume gepflanzt werden", sagt Sigrid Weisgram von der Grünen Liga Berlin, "aber wie sollen die Ersatzpflanzungen die ökologische Funktion von Altbäumen übernehmen?" Sinnvoller wäre es, vitale Bäume zu erhalten, zusätzlich neue zu pflanzen und so diesen Kahlschlag zu verhindern.

Ausgezwitschert hat es sich auch bald in der Carl-Legien-Siedlung in Prenzlauer Berg, wenn es nach dem Denkmalschutzamt geht. 71 Bäume werden gefällt und auch die Mietergärten sollen verschwinden. Freie Sichtachsen, Rasen und Robinien, wie Bruno Taut es 1930 geplant hatte, sind laut Denkmalschutzamt erstrebenswert. Andererseits verschwinden damit zahlreiche Tierarten, die wiederum die Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten und Fledermäuse bilden. Denkmalschutz habe also Vorrang gegenüber dem Schutz der belebten Umwelt, kritisiert die Grüne Liga. Die Frage bleibe, wieso man den Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden mit den mittlerweile veränderten Lebensbedingungen der Menschen und dem Erhalt der Artenvielfalt in unserer Stadt nicht in Einklang bringen könne.