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Statistisches Bundesamt

Monatlich 500 Verkehrstote und über 35.000 Verletzte im Straßenverkehr

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500 Verkehrstote und über 35.000 Verletzte gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2004 jeden Monat auf den deutschen Straßen. Das seien weniger Opfer als in den Jahren zuvor. Das "ist ohne Zweifel erfreulich", sagte Hermann-Josef Vogt, Bundesvorstandsmitglied des "Verkehrsclub Deutschland". Doch sei der Verkehr in seiner derzeitigen Form "gesellschaftlich so nicht tragbar". Der Umweltverein hält an dem Programm "Vision Zero" als Lösung fest: Es müsse mehr Tempo-30-Zonen geben und allgemein mehr Tempolimits sowie stärkere Kontrollen zur Vorbeugung von Alkohol am Steuer. In der Schule müsste mehr über Sicherheit im Verkehr gesprochen werden. Zudem sollte der Verkehr vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlagert werden.


"Insgesamt sind 2004 im Straßenverkehr 439.000 Menschen verletzt worden", sagte Vogt. Das "entspricht fast der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Dresden". Doch anstatt daraus die Konsequenz zu ziehen, die Mobilität anders zu organisieren, würden die Zahlen mit den noch schlechteren Werten des Vorjahres verglichen und fast erleichtert zur Kenntnis genommen. "Das ist jedes Jahr wieder ein Skandal", sagt Vogt.

Das Risiko mit dem Auto tödlich zu verunglücken sei zwölf mal so hoch wie bei der Bahn. Busse und Straßenbahnen seien insgesamt 36 Prozent sicherer als die Schiene. Weniger Autoverkehr verringere die Verletzungsgefahr für Fußgänger und Radfahrer.

Das Programm einer neuen Verkehrspolitik "Vision Zero - Null Verkehrstote" würde bereits in einigen europäischen Ländern umgesetzt werde. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen habe als erstes Bundesland die "Vision Zero" in das aktuelle Verkehrssicherheitsprogramm aufgenommen. "Doch die Bundesregierung erkennt die Zeichen der Zeit nicht und ruht sich auf Statistiken aus", kritisiert Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des Umweltverbandes. "Der Bund muss sich unbedingt bewegen, denn in vielen Bereichen hat er die Gesetzgebungskompetenz für Verkehrsbelange."

"Jeder Weg, der nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, mit dem Rad, per Bus oder Bahn zurückgelegt wird, bedeutet damit nicht nur einen Gewinn für die Umwelt, sondern eben auch für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer", sagte Lottsiepen.

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