Ärzte boten ambulante Sprechstunden am Brandburger Tor

Ärzte-Streik

Die Ärzte der Berliner Charité haben am Dienstag ihren Streik für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter fortgesetzt. Sie fordern auch eine Bezahlung von Überstunden sowie die Einhaltung von Arbeitszeitobergrenzen. Bei "ambulanten Facharzt-Sprechstunden" waren streikende Mediziner in Einkaufszentren und am Brandenburger Tor unterwegs und boten dort Passanten Beratungen an. An den drei Charité-Standorten gab es Streikwachen. Mit der am Montag begonnenen einwöchigen Arbeitsniederlegung am größten Klinikum Europas soll ein eigenständiger Tarifvertrag erzwungen werden. Der Marburger Bund, der die Situation an der Berliner Charité als symptomatisch für alle kommunalen Krankenhäuser bezeichnete, kündigte eine bundesweite Ausweitung der Arbeitsniederlegung an.

An dem Ausstand hätten sich wiederum rund 70 Prozent der 2200 Charité-Mediziner beteiligt, sagte Olaf Guckelberger von der Ärzteinitiative der Charité. 20 Prozent der Ärzte hätten die Notfallversorgung und den stationären Betrieb gewährleistet. Guckelberger versicherte, dass notwendige medizinische Leistungen garantiert seien. So seien am Montag in der Charité fünf Organe transplantiert worden. Für das Verschieben planbarer Eingriffe infolge des Streiks hätten die Patienten Verständnis gezeigt.

Vor dem Hintergrund eines drohenden Arbeitskampfes in den kommunalen Krankenhäusern bundesweit sieht die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) die Politik in der Pflicht. DKG-Hauptgeschäftsführer Jörg Robbers sagte am Montag im RBB-Inforadio, die Probleme der Klinikärzte und ihre tariflich unklare Lage seien seit Jahren bekannt. Nun müsse Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt ein Machtwort sprechen. Sollten die Tarifparteien nicht weiterkommen, müsse die Ministerin einen Arbeitszeitgipfel anrufen, um tarifvertragliche Regelungen zu schaffen.