Ärzte jammern laut Huber "auf hohem Niveau"

Im Durchschnitt 100.000 Euro vor Steuern

Der ehemalige Präsident der Berliner Ärztekammer, Ellis Huber, wirft den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) eine Mitschuld am Streit über die Honorarreform vor. Huber sagte am Dienstag (10. März) im WDR, er könne die Ängste nachempfinden, weil die Kassenärztlichen Vereinigungen "seit Jahren immer wieder Angst verbreiten" und die Ärzte im Unklaren darüber ließen, wie das System funktioniere. Tatsache sei aber auch, dass die Mediziner drei Milliarden Euro mehr Geld zu sparen pro Jahr bekämen, das seien knapp 20.000 Euro pro Arzt mehr. Das Geld müsse verteilt werden. Die Ängste seien das Ergebnis einer ungerechten Verteilung dieses Geldes, aber nicht Ergebnis von zu wenig Geld, meint Huber.

Offensichtlich seien die Spitzen der Kassenärztlichen Vereinigungen "völlig überfordert". Man habe es über Jahre hinweg versäumt, ein aufgabenorientiertes Honorarsystem umzusetzen. Das sei alles viel zu kompliziert und zu intransparent. Der Arzt fühle sich ungerecht behandelt und gebe seinen Ärger an seine Patienten weiter. Wenn Patienten jedoch nun von Ärzten zur Kasse gebeten würden, sei das gesetzeswidrig.

Huber meint, die Selbstverwaltung der Ärzte sei verantwortlich für den Schlamassel. Insgesamt sei genügend Geld für eine gute ambulante ärztliche Versorgung da.

Den Medizinern geht es laut Huber ungeachtet der Klagen finanziell sehr gut. "Man jammert auf hohem Niveau." Die Krankenkassen überwiesen pro Jahr und Arzt in Deutschland rund 200.000 Euro Honorar. Es bleibe unter dem Strich in der Größenordnung von 100.000 Euro Einkommen vor Steuer übrig. Im Vergleich zu dem, was andere Bevölkerungsgruppen hätten, sei dies "nachgerade gut".