Generalbundesanwalt erhebt Anklage gegen mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen

"Bestrebungen"

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder und einen mutmaßlichen Helfer der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida erhoben. Der Hauptbeschuldigte habe Ende 2004 "Bestrebungen erkennen lassen, nukleares Material beschaffen oder vermitteln zu wollen", behauptete Nehm am Dienstag in Karlsruhe.

Dabei handele es sich um den 30-jährigen Ibrahim Mohamed K. aus Mainz, der vermutlich Syrer sei. Er habe über einen Mittelsmann Kontakte zu einer in Luxemburg ansässigen islamistischen Gruppierung geknüpft. Diese Bemühungen seien aber ohne Erfolg geblieben. K. habe vor dem 11. September 2001 eine Ausbildung in Al-Qaida-Trainingslagern in Afghanistan absolviert und sich von Oktober 2001 bis Juli 2002 in Afghanistan an den Kämpfen gegen das US-Militär beteiligt. Er sei in die Al-Qaida-Kommandostruktur mit Kontakten bis hin zur Führungsspitze, insbesondere zu Osama Bin Laden, eingebunden gewesen, so Nehm.

Die vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf erhobene Anklage richtet sich zudem gegen den 32-jährigen Yasser Abu S. aus Bonn und seinen 28-jährigen Bruder Ismail Abu S. aus Marburg. Beide sind staatenlose Palästinenser. Yasser Abu S. soll Al-Qaida-Mitglied sein, Ismail Abu S. soll das Terrornetzwerk unterstützt haben. Alle drei hätten mit einer Betrugsserie zum Nachteil von Lebensversicherungsunternehmen finanzielle Mittel für die Al-Qaida beschaffen wollen, heißt es.