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Foodwatch-Chef hält Seehofer als Verbraucherminister für disqualifiziert

"Landwirte wichtiger als Konsumenten"

Unmittelbar vor Eröffnung der Grünen Woche in Berlin haben Verbraucherschützer den neuen Agrarminister Horst Seehofer (CSU) scharf kritisiert. "Herr Seehofer hat es in erstaunlich kurzer Zeit geschafft, sich als Verbraucherminister zu disqualifizieren", sagte der Chef der Verbraucherorganisation Foodwatch, Thilo Bode, der "Berliner Zeitung". Für Seehofer seien die Interessen der Landwirte wichtiger als die der Konsumenten. Der Minister habe seit seinem Amtsantritt dem Bauernverband "nach dem Mund geredet".

Bode kritisierte besonders Seehofers Pläne zur Förderung gentechnisch veränderter Pflanzen. "Haben sich Genpollen erst mal ausgebreitet, kann man sie nicht mehr einfangen." Die Wahlfreiheit der Kunden aber bleibe auf der Strecke. Auf Sicht werde es keine gentechnikfreien Nutzpflanzen mehr geben, sollten Seehofers Pläne umgesetzt werden. Kritik übte er auch an Seehofers geplantem Verbraucherinformationsgesetz, mit dessen Hilfe Kunden leichter Auskunft bei Behörden erhalten sollen. Das Gesetz sei eher ein "Verbraucherinformationsverhinderungsgesetz."

Im so genannten Gammelfleisch-Skandal handelt Seehofer nach Auffassung Bodes "völlig naiv". Seehofer habe einen 10-Punkte-Plan vorgelegt, der nur die aktuelle Rechtslage abbilde. Statt auf Anzeigen der Wirtschaft zu hoffen müsse Seehofer die Haftung verschärfen und Bußgelder nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern auch gegen Unternehmen ermöglichen. In der Branche gebe es flächendeckenden Missbrauch, klagte Bode. So würden beispielsweise in Niedersachsen ein Drittel der fleischverarbeitenden Betriebe bei Kontrollen beanstandet.

Am 12. Jan. 2006 unter:

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