Verbraucherschützer loben Discounter Lidl für "faire" Produkte

Zuckerbrot und Peitsche

Mit Zuckerbrot und Peitsche versuchen Verbraucherschützer auf die Geschäftspolitik des Lebensmitteldiscounters Lidl Einfluss zu nehmen. Als "erfreuliche Entwicklung im Fairen Handel" bezeichnete die Verbraucher Initiative die Einführung einer "fair" gehandelten Eigenmarke durch Lidl. Dies sei ein weiterer Schritt dieses Marktsegments heraus aus der Nische, meint der Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher in Berlin.

"Die weiteren Absatzerfolge des Fairen Handels hängen wesentlich davon ab, dass die Verbraucher einen möglichst einfachen und problemlosen Zugang zu fair gehandelten Produkten erhalten", meint Verbraucherschützer Georg Abel. Schon der vor Jahren eingeleitete Weg in die Supermärkte sei für den Absatz der fair gehandelten Produkte ein entscheidender Schritt gewesen.

Die Gewinnung eines Discounters setze diese Strategie, fair gehandelte Produkte an möglichst viele Einkaufsorte zu bringen, konsequent fort. Je häufiger die Verbraucher im Handel auf das Angebot fair gehandelter Produkte stießen, desto wahrscheinlicher werde der Kauf, "womit dem eigentlichen Ziel - der Verbesserung der Lebenssituation benachteiligter Produzenten - gedient ist", so Georg Abel. Diese Einschätzung geschehe "völlig unabhängig von der Bewertung der sonstigen Unternehmenspolitik von Lidl", die zum Teil unter öffentlicher Kritik stehe, betont Abel.

Ob Kaffee oder Tee, Bananen oder Orangensaft, Schokolade oder Honig, Trockenfrüchte, Textilien, Blumen oder Fußbälle - an vielen Orten seien die fairen Produkte heute schon präsent. Für die Konsumenten sei das neue Angebot von Lidl nur eine Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu erwerben. Mittlerweile würden diese bundesweit in 27.000 Supermärkten und Kaufhäusern sowie in mehr als 800 Weltläden, in zahlreichen Naturkostgeschäften sowie dem Versandhandel angeboten. "Verbraucher sollten beim Einkauf besonders auf das Fairtrade-Zeichen achten", empfiehlt Abel.