Automonopol überteuert Preise und schwächt Nachfrage

Verbraucherschutz

Die Monopole auf dem Markt mit Autoersatzteilen führen vor allem in Deutschland und Frankreich zu überteuerten Verbraucherpreisen und schwächt die Nachfrage. Dies kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Bisher bestehe in einzelnen EU-Staaten beim Handel mit Kotflügeln, Stoßstangen oder Außenspiegeln ein Monopol der jeweiligen Automobilhersteller. Der deutsche Verband der Automobilindustrie widersprach der Kritik. Eine Marktöffnung liege nicht im Interesse des Verbrauchers. Der Verbraucher riskiere Qualität und Sicherheit. Außerdem sei auf dem europäischen Markt keine Tendenz zur Monopolisierung zu erkennen.

"Wenn Verheugen Schutzzäune um einzelne Branchen wie die Automobilindustrie ziehen will, verwechselt er die Interessen einzelner Branchen mit dem volkswirtschaftlichen Gesamtwohl", sagte Bundesverbands-Chefin Edda Müller zur Politik des EU-Kommissars Günter Verheugen. Sie forderte, den Verbraucherschutz in der Wirtschaft zu stärken. Bisher sei dies zu einseitig geschehen. Erfolglos sei das Prinzip: "Hauptsache es geht den großen Konzernen gut, dann profitieren auch die Verbraucher". Was fehle, sei ein Interesse an den Belangen und Interessen der Verbraucher.

Anders als die EU-Kommission selbst sei Verheugen gegen eine Marktöffnung des Handels mit Autoersatzteilen. Mit dem Auftreten Verheugens bekomme die Kommission nun allerdings Widerstand aus den eigenen Reihen. Der EU-Industriekommissar sei "verbraucherfeindlich und volkswirtschaftlich kurzsichtig", so Müller.

Günter Verheugen, Vizepräsident der EU-Kommission, gründete zusammen mit VW-Chef Bernd Pischetsrieder die "CARS 21"-Gruppe. Sie soll Marktregulierungen ausarbeiten, wie die Automobilindustrie "wettbewerbsfähiger" gegen ausländische Konkurrenten wird. Zum Jahresende sollen die Vorschläge bekannt gegeben werden.

Auf der Internetseite der EU-Kommissionen sind Beipiele der "Probleme" europäischen Autohersteller aufgelistet: Die Produktivität sei im US-amerikanischen und japanischen Vergleich zu gering und die Arbeitskosten pro Arbeitsstunde höher als in Japan und Korea.

Die Automobilindustrie befürchtet, dass mit einer Marktöffnung besonders im asiatischen Raum europäisches Autodesign billig nachgebaut wird.