Hedgefonds bleiben von G8 unbehelligt

"Effizienz des Weltfinanzsystems"

Die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten wollten sich nicht auf eine Vereinbarung über einen Verhaltenskodex für die risikoreichen Hedgefonds einigen. In einer gemeinsamen Erklärung zu Wachstum und Verantwortung in der Weltwirtschaft räumten die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands am 7. Juni lediglich die wachsenden Risiken solcher Fonds für das Weltfinanzsystem ein. Angesichts des Wachstums dieser Fondsart und der zunehmenden Komplexität der Handelsinstrumente müsse man weiter "wachsam" bleiben, hieß es in der Erklärung. Andererseits betonten die Politiker, dass Hedgefonds wesentlich zur "Effizienz des Weltfinanzsystems" beitragen würden.

Die G8 rief zur Selbstkontrolle der Hedgefonds auf: Sie selbst sollten die Verhaltensregeln für Manager vor allem mit Blick auf das Risikomanagement verbessern. Die G8-Staaten mahnten ferner eine bessere Marktdisziplin und Risikovorsorge in der Branche an.

Der Bundesverband deutscher Banken schätzte Ende 2006 die Zahl der Hedgefonds weltweit auf 8500 und ihr verwaltetes Vermögen auf 1,3 Billionen Dollar (960 Milliarden Euro). Hedgefonds haben laut Schätzung des Bankenverbandes einen Anteil von 80 Prozent am weltweiten Handel mit Not leidenden Krediten und geben an den Aktienbörsen zwischen einem Viertel und der Hälfte der Order auf.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte vor dem Gipfel eine Regulierung von Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften gefordert. Von ihnen gehe unmittelbare Gefahr für Arbeitsplätze aus, hatte Sommer am 30. Mai in Berlin gesagt. Bei den Private-Equity-Firmen müsse man vor allem das "Ausschlachten" von Firmen verhindern.