Wirtschaftsforscher für Nanotechnologie

310 Millionen Euro

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sieht große Wachstumspotentiale in der Nanotechnologie. Deutschland habe auf diesem Wachstumsmarkt eine starke Ausgangsposition, müsse aber die wirtschaftliche Verwertung dieser Technologien intensivieren, meinen die Wirtschaftsforscher. Im Vergleich mit den USA und Ostasien erfolge die Nutzung der Ergebnisse der Grundlagenforschung bis zur Marktreife einschließlich der Massenanfertigung in Deutschland noch zu zögerlich. Je eher diese Umsetzung gelinge, umso größer würden die Wachstums- und Beschäftigungseffekte für die deutsche Wirtschaft sein. Zu möglichen negativen Auswirkungen der Nanotechnologie auf die Gesundheit äußern sich die Wirtschaftsforscher nicht.

Weltweit werde das schon jetzt erhebliche Potential der wirtschaftlichen Nutzung von Nanotechnologie rasch zunehmen, so die Vermutung des Wirtschaftsforschungsinstituts. So werde mit jährlichen Wachstumsraten von mehr als 10 Prozent gerechnet.

In Deutschland existieren den Angaben zufolge gegenwärtig etwa 450 bis 600 Nanotechnologie-Unternehmen mit schätzungsweise 20.000 bis 32.000 Arbeitsplätzen. Weitere 114.000 Arbeitsplätze sollen indirekt mit dieser Technologie zusammenhängen.

Derzeit handele es sich überwiegend um kleine und mittlere Unternehmen. Gestärkt werden muss nach Auffassung der Wirtschaftsforscher "auch die Umsetzung in großtechnische Fertigung, um durch Massenproduktion wettbewerbsfähig zu sein".

Bei den öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung belege Deutschland mit 310 Millionen Euro im Jahr 2005 hinter den USA und Japan den dritten Platz. Gleiches gelte für die Patentanmeldungen.

Bei Publikationen sei Deutschland kürzlich von China auf den vierten Platz verdrängt worden. "Dies zeigt , dass Deutschland seine Anstrengungen in diesem Technologiebereich weiter verstärken muss, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen."