Razzia bei mutmaßlichen Anhängern von PKK-Nachfolgeorganisation

Einsammeln von Spenden

Mit einer bundesweiten Großrazzia ist die Polizei am 5. Juli gegen mutmaßliche Aktivisten der verbotenen kurdischen Organisation Volkskongress Kurdistan (Kongra-Gel) vorgegangen. Insgesamt 186 Beamte durchsuchten in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen 28 Wohnungen und Gewerbebetriebe, wie Polizei und Staatsanwaltschaft München mitteilten. Der Schwerpunkt der Razzia war mit 23 Objekten im Großraum München, in Baden-Württemberg wurden zwei und in Köln drei Wohnungen durchsucht. 22 Beschuldigten werde vorgeworfen, seit mindestens April 2006 die Organisation nicht nur ideologisch, sondern auch finanziell durch das Einsammeln und Weiterleiten von Spenden in die Türkei unterstützt zu haben.

Gegen einen 69 Jahre alten Mann wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er angeblich der Führungsriege der verbotenen Vereinigung angehören soll.

Nach offiziellen Angaben stellten die Beamten bei der Razzia zahlreiche Handys, Computer und Laptops, Bücher, Video- und Tonbandkassetten mit Propagandamaterial, Bargeldbeträge in vierstelliger Höhe, kleine Mengen Betäubungsmittel, eine Schreckschusswaffe, eine verbotene Schlagwaffe, zwei Pässe wegen des Verdachts der Urkundenfälschung sowie Spendenlisten sicher. Auch professionelles Einbruchswerkzeug wollen die Beamten gefunden haben.

Der Volkskongress Kurdistan gilt den Angaben zufolge als Nachfolgeorganisation der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und befindet sich auf der so genannten EU-Terrorliste. Kongra-Gel kämpfe auch mit Waffengewalt und Anschlägen für einen selbstständigen kurdischen Staat. 2007 habe es bereits neun Brandanschläge gegen türkische Einrichtungen in Deutschland gegeben, mit denen die Kongra-Gel oder ihre Jugendorganisationen in Verbindung gebracht würden.