Diakonie räumt Sozialdumping ein

Zusätzlich "Hartz IV"

Viele Mitarbeiter bei diakonischen Einrichtungen in Deutschland können einem Medienbericht zufolge von ihrem Einkommen nicht leben. Sie müssten zusätzlich "Hartz IV" beantragen, berichtete das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" am Montag in Baden-Baden. Dieses Sozialdumping widerspreche den Grundsätzen der Kirchen.

Der Präsident des Diakonie-Bundesverbands, Klaus-Dieter Kottnik, sagte zu den Vorwürfen: "Die Alternative wäre, und das ist der Gewissenskonflikt, zu sagen, wir machen die Arbeit gar nicht mehr, wir geben sie auf." Kottnik bestritt den Angaben zufolge, dass es systematisches Sozialdumping gebe. Dennoch forderte er von der Politik mehr Geld für das soziale System.

Wolfgang Lindenmaier, Mitarbeitervertreter in der bundesweiten arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie, warf den Kirchen vor, die Lohnspirale bewusst nach unten zu treiben. Die evangelische und die katholische Kirchen nutzten ihren politischen Einfluss und ihre Marktführerschaft im sozialen Bereich "ausschließlich, um Dumpinglöhne durchzusetzen". Lindenmaier betonte: "Alle Welt regt sich über Lidl und Aldi auf. Kirche ist schlimmer."