Leistungsdrosselung

Ineffiziente Kraftwerke müssen wegen Überhitzung gedrosselt werden

Während der Strommarkt sich wegen der anhaltend hohen Temperaturen auf die Leistungsdrosselung großer ineffizienter Kraftwerke vorbereitet, um die Flora und Fauna deutscher Flüsse zu erhalten, fahren die Bundespolitiker trotz Überhitzung mit voller Kraft voraus und Ecken immer bei den gleichen Themen an, allerdings ohne Leistungssteigerung.

Ineffiziente Kraftwerke werden wegen Überhitzung gedrosselt

In Berlin werden die Vorzüge der so genannten Grundlastkraftwerke und die dadurch gewährleistete stetige Stromproduktion hoch gehalten. In der Praxis werden diese Kohle- und Kernkraftwerke aber, wie häufig im Sommer, zum Hemmschuh einer sicheren Versorgung. Die Energieausnutzung der meisten herkömmlichen Kohle- und Atomkraftwerke ist etwas über 30%. Der Rest ist Wärme und muss entsorgt werden, auf Kosten der Natur. Wegen Hitze müssen deshalb die ersten großen Meiler gedrosselt werden, um die Flora und Fauna der Flüsse vor der Abwärme zu schützen. Brockdorf hat bereits am Montag einen Gang heruntergeschaltet, weitere werden folgen. Ein Notfallplan soll im Ernstfall den Zusammenbruch der Stromversorgung vorbeugen. Diese Situationen wiederholen sich allsommerlich und werden sich mit dem voranschreitenden Klimawandel noch häufen.

Politiker ungebremst

Während die Kraftwerke aufgrund der Hitze ihre Leistung drosseln müssen gibt es scheinbar keine Mittel, die Bundespolitiker zu bremsen. Große Kraftwerke müssen herunterfahren, die Solarenergie bringt mittlerweile zeitweise halb so viel Strom, wie die gesamten Kernkraftwerke in Deutschland, die Bevölkerung geht nachhaltig auf die Barrikaden für Erneuerbare Energien und Atomausstieg. Trotzdem suchen die so genannten Volksvertreter in Berlin nach Wegen, Laufzeitverlängerungen zu ermöglichen. Sie wollen diese Beschlüsse ohne den Bundesrat durchführen, weil ihnen dort von den Wählern mittlerweile die Mehrheit entzogen wurde. Sie wollen die Laufzeiten seit neuestem sogar versteigern. Dabei stolpern Sie beständig über ihre eigenen Argumente. Den hoch beschworenen Klimaschutz der Atomkraftwerke hebeln sie mit Laufzeitverlängerungen um ein vielfaches aus, weil durch Laufzeitverlängerungen europaweit der Preis für Emissionszertifikate sinkt und damit der Kohlestrom wieder lukrativer wird. Obwohl angeblich die Sicherheit bei der Debatte immer an erster Stelle stehen sollte, könnten bei einer Versteigerung gerade auch Pannenreaktoren, wie Krümmel, Biblis oder Neckarwestheim längere Laufzeiten erhalten. Diese Widersprüche gehen auf Kosten der Bevölkerung. Nutznießer der Laufzeitverlängerungen wären immer die großen Energiekonzerne.

Die Bevölkerung rüstet sich

Deshalb geht die Bevölkerung auf die Barikaden. Viele Umweltorganisationen bieten Aktionen, bei denen sich die Wählerinnen und Wähler Luft machen können. Aber die Volksvertreter schweigen und arbeiten weiter gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger. Das wird sich voraussichtlich nicht auszahlen. Die Wut wächst. Neue Kampagnen entstehen und finden immer mehr Zuspruch.

Auch die Aktion „Post an Merkel“ wird weiter laufen

Auch die Aktion „Post an Merkel“ wird weiter laufen. Auf Postkarten können Menschen zwischen Laufzeitverlängerungen, Beibehaltung des Atomkonsenses oder sogar einem schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie wählen. Die Postkarten wurden seit Juni täglich in steigender Anzahl an Frau Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Am 15. Juli erhält Frau Merkel bereits 36 Postkarten. Über die Sommerpause bis zum 9. September geht die Aktion nun in einen wöchentlichen Rhythmus über und wird im Herbst vor der angekündigten Entscheidung noch mal Gas geben.

Mit jeder Sendung informieren Umweltorganisationen das Kanzleramt über markante Zahlen und Daten aus dem Bereich Erneuerbare Energien oder Kernkraft. Mittlerweile liegen über 1.200 ausgefüllte Postkarten vor. Fast alle Menschen fordern eine konsequente und schnelle Förderung der Erneuerbaren Energien und wollen den Atomkonsens wie geplant beibehalten oder sogar einen schnelleren Ausstieg aus der Kernenergie. Nach vorsichtigen Schätzungen der Teilnehmer stehen hinter den Aussagen der Menschen zusätzlich über 19.000 Bekannte, Freunde und Verwandte. Dabei wurden übertriebene Schätzungen nicht berücksichtigt. Die Aktion wurde initiiert von Energie in Bürgerhand, Mütter gegen Atomkraft, projekt21plus und WECF.

Relevante Zahlen von Nummer 32 bis 36

Jeden Tag bekommt Frau Merkel einen Brief mit relevanten Fakten passend zur Postkartenanzahl. Folgende Informationen erreichten die Bundeskanzlerin in der letzten Woche:

32 Karten für 32 Gramm CO2/kWh Ein Atomkraftwerk emittiert pro produzierter kWh Strom im Schnitt 32 Gramm CO2. Kommt der Rohstoff Uran aus Russland, emittiert ein Atomkraftwerk 65 Gramm CO2 pro kWh. Die CO2 Bilanz wird sich in Zukunft voraussichtlich noch deutlich verschlechtern, wenn auf weniger ergiebige Uranquellen ausgewichen werden muss.

33 Karten für 33 Prozent Der Wirkungsgrad eines Kernkraftwerkes liegt bei etwa 33%. 67% der Energie bleiben als unliebsame Wärme übrig und müssen heruntergekühlt werden. Meist geschieht dies über Flüsse. Das führt im Sommer zu Problemen. Teilweise werden die natürlichen Gewässer überhitzt. In Frankreich ist oft zu wenig Wasser vorhanden. Kraftwerke müssen abgeschaltet werden. Der Strom wird importier, meist aus Deutschland.

34 Karten für 34 Jahre 34 Jahre ist Neckarwestheim mittlerweile alt und ist längst überfällig. Allerdings zögert EnBW das Abschalten des pannenanfälligen Reaktors weiter hinaus. Der Konzern hofft auf Laufzeitverlängerungen aus Berlin und hat die Leistung des AKWs seit einiger Zeit um gut zwei Drittel gedrosselt um Laufzeiten zu sparen. So beweisen sie ganz nebenbei, dass auch der Strom aus diesem Kernkraftwerk eigentlich nicht notwendig ist.

35 Karten für 2035 Bereits im Jahr 2035 wird Uran knapp. Ob der Rohstoff früher oder später zuneige geht, ist stark umstritten und hängt von der Anzahl der Kraftwerke ab. Allerdings zeigt die Jahreszahl, dass auch Uran eine endliche Resource ist.

36 Karten für 36 Prozent Nach Angaben des Bundesverbands WindEnergie e.V. aus dem Jahr 2009 kam der Strom in Brandenburg damals bereits zu 36 Prozent aus Windenergie, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sogar zu über 40 Prozent.

Alle Briefe an Frau Merkel und viele weitere Informationen stehen auf der Webseite www.nein-zu-atomkraft.de als Download zur Verfügung.

Für Fragen steht Ihnen Frau Trudel Meier-Staude (089-35 65 33 44 oder 0177-598 33 97) von projekt21plus gerne zur Verfügung.

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