ROBIN WOOD fordert:

Ehrung von Jane Goodall als Hamburger Umweltbotschafterin

Mit einem offenen Brief hat ROBIN WOOD heute die Stadt Hamburg aufgefordert, die weltberühmte Affenforscherin Jane Goodall nicht ausgerechnet bei Unilever zur Botschafterin der „Umwelthauptstadt“ zu küren. Goodall soll am 3. September in der Deutschland-Zentrale des Konsumgüter-Konzerns in der Hamburger Hafen-City öffentlich geehrt werden. Unilever ist als einer der weltweit größten Palmölverbraucher maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Lebensräume des Orang Utans in den Tropen zerstört werden.

Ehrung von Jane Goodall als Hamburger Umweltbotschafterin soll nicht bei Unilever stattfinden

„Paradoxer geht es nicht: Eine Aktivistin für Menschenaffen wird Umweltbotschafterin, und ein Konzern, der für die Ausrottung von Menschenaffen mitverantwortlich ist, darf dabei den Gastgeber spielen“, heißt es in dem offenen Brief von ROBIN WOOD an Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Umweltsenatorin Jutta Blankau.

Unilever ist der Hersteller von Markenprodukten wie Rama, Sanella und Knorr und verbraucht pro Jahr rund 1,3 Millionen Tonnen Palmöl. Für Palmöl sind in Indonesien bereits viele Millionen Hektar Regenwald zerstört worden. Und diese Entwicklung geht weiter – angeheizt auch durch die Nachfrage von Konzernen wie Unilever. Dieser Palmöl-Boom hat maßgeblich zum dramatischen Rückgang der Orang Utan-Population in Indonesien beigetragen. Schätzungen des WWF gehen davon aus, dass innerhalb eines Jahrhunderts drei Viertel der Population ausgestorben sind und bis heute nur noch 50 000 Tiere überlebt haben.

Die Expansion von Palmöl-Plantagen führt zudem regelmäßig zu Landrechtskonflikten. Auch das Unternehmen Wilmar, ein wichtiger Palmöl-Lieferant von Unilever, schreckt nicht vor dem Einsatz von Gewalt zurück, um den Widerstand der lokalen Bevölkerung gegen den Landraub durch die Palmölkonzerne zu brechen. Jüngstes Beispiel: Der Überfall auf das Dorf Sungai Beruang in Sumatra (s. ROBIN WOOD-PM „Gewalt für Rama-Margarine“ v. 16.8.11). Die große Nachfrage der Industrieländer nach Palmöl gefährdet zudem die weltweite Artenvielfalt und ruiniert das Weltklima. Indonesien ist aufgrund der Waldzerstörung inzwischen weltweit der drittgrößte Kohlendioxid-Emittent.

ROBIN WOOD hat Unilever mehrfach auf diese Zusammenhänge und Skandale hingewiesen und zum Umsteuern aufgefordert. Anstatt zu handeln, speist Unilever die Öffentlichkeit jedoch mit vagen Versprechen und dem Verweis auf ein unglaubwürdiges Gütesiegel ab.

„Es kann weder im Sinne der ‚Umwelthauptstadt Hamburg’, noch im Interesse von Frau Goodall sein, dem Raubbau-Konzern Unilever hier eine Gelegenheit zu bieten, sich grün zu waschen und seine Spuren als Regenwaldzerstörer zu verwischen“, sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD.

Rückfragen:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, 01577 / 78 28 825, peter.gerhardt@robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 0171 / 835 95 15, Ute.Bertrand@robinwood.de

Aktuelle Informationen zu den Folgen des Palmöl-Booms in Indonesien und den schmierigen Geschäften von Unilever unter: http://www.robinwood.de/palmoel

Rettet den Regenwald, ROBIN WOOD und Watch Indonesia

Regenwaldschützer und Palmölopfer aus Indonesien protestieren seit heute Morgen vor der Deutschlandzentrale des Unilever-Konzerns in der Hamburger Hafencity. Vor dem Eingang haben sie Transparente entrollt und eine provisorische Hütte errichtet. Unterstützt werden sie von AktivistInnen der Organisationen ROBIN WOOD, Rettet den Regenwald und Watch Indonesia. Gemeinsam fordern sie, den Landraub für Palmöl und die Zerstörung von Wäldern für Palmöl-Monokulturen zu stoppen. Unilever verwendet das Palmöl für seine Markenprodukte wie Rama-Margarine. Als einer der größten Palmöl-Verbraucher weltweit ist Unilever maßgeblich mitverantwortlich für das Desaster in den Tropen.

Unter den neun indonesischen Protestierenden sind auch Ida, Bidin und ihr einjähriger Sohn aus Sumatra. Die Familie gehört zu den Indigenen der Suku Anak Dalam. Sie fordert Land zurück, das ihnen der Unilever-Lieferant Wilmar geraubt und für eine Palmölplantage kahl geschlagen hat. Ihr Dorf Sungai Buayan sowie zwei weitere Siedlungen, die jetzt inmitten von Plantagen liegen, wurden im August dieses Jahres von Polizei zusammen mit Einsatzkräften der Wilmar-Tochter Asiatic Persada zerstört. Die Polizisten schossen um sich und walzten die Häuser nieder. „Sie wollen, dass wir hier weggehen“, klagt Ida. „Doch wie können wir unsere Ahnen verlassen? Wir wollen das Land zurück, das uns die Palmölfirma gestohlen hat.“ „Wilmar muss büßen und für unser Leid zur Rechenschaft gezogen werden. Niemand darf mehr vertrieben werden“, fordert Bidin.

Auch auf Borneo hat der Unilever-Lieferant Wilmar riesige Waldflächen in eine Palmöl-Wüste verwandelt. „Menschen, die sich dagegen wehren, werden kriminalisiert und mit Gefängnisstrafen überzogen“, berichtet Nordin von der Organisation Save our Borneo.

Unilever weiß um die verheerenden Zustände bei seinem Lieferanten Wilmar, der in Hunderte Landraub-Fälle in Indonesien verwickelt ist und dort die letzten Regenwälder zerstört – und kauft dennoch weiter bei Wilmar.

Gegenüber seinen KundInnen gibt sich Unilever als grünes Vorzeigeunternehmen. Ab 2015 werde das Unternehmen weltweit nur noch nachhaltiges Palmöl verwenden, verspricht Unilever. Als Nachweis dafür soll das RSPO-Siegel gelten. Der RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) ist jedoch von der Industrie dominiert. Die Profiteure des Raubbaus, Unilever und Wilmar, sitzen im Vorstand des RSPO. Dementsprechend lasch sind die Standards. So darf für das als nachhaltig deklarierte Palmöl weiterhin Wald in industrielle Monokulturen umgewandelt werden. Selbst giftige Agro-Chemikalien wie das Totalherbizid Paraquat dürfen verwendet werden. Und Unternehmen, die wie Wilmar mit Gewalt gegen die Einheimischen vorgehen, können den RSPO für ihr Greenwashing benutzen.

„Die Täter bescheinigen sich selbst, wie nachhaltig sie wirtschaften. Das wird ihnen schon bald niemand mehr glauben. Nachhaltiges Palmöl bei Unilever ist eine Lüge“, sagt Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent von ROBIN WOOD. „Wir wollen erreichen, dass Unilever seinen Kunden ab sofort keine Palmölprodukte aus Raubbau mehr verkauft und sich von seinem Lieferanten Wilmar trennt.“

Kontakt: ROBIN WOOD, Peter Gerhardt, 01577 / 78 288 25; Ute Bertrand, 0171 / 835 95 15;

Rettet den Regenwald, Christiane Zander, 0170 / 96 66 431

Für Interviews mit Mitgliedern der indonesischen Reise-Delegation können Sie sich gern an uns wenden.

Ein aktuelles Interview mit Bidin sowie viele weitere Infos finden Sie auf den Homepages von Rettet den Regenwald und ROBIN WOOD: www.regenwald.org und www.robinwood.de/palmoel

Das Filmmaterial stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.

Am 14. Dez. 2011

Pressemitteilung von ROBIN WOOD Berlin

Pressemitteilung von ROBIN WOOD Berlin

Berlin - Robin Wood in AktionDie BaumbesetzerInnen gegen die geplante Verlängerung der Berliner Stadtautobahn A100 ziehen heute eine positive Zwischenbilanz ihrer bisherigen Aktivitäten und liefern einen Ausblick auf die kommenden Wochen. Dafür treffen sie sich heute Mittag um 12 Uhr gemeinsam mit UnterstützerInnen am Fuße der Protest-Pappel. Der Baum steht unweit der Kreuzung Grenzallee/Neuköllnische Allee, nahe dem S-Bahnhof Köllnische Heide. In der Nacht zum 3. Januar hatten unabhängige Aktive gemeinsam mit AktivistInnen von ROBIN WOOD den Baum auf der geplanten A100-Trasse von Neukölln nach Treptow besetzt – aus Protest gegen das überflüssige Projekt und eine autofixierte, klimaschädliche Verkehrspolitik. Sie fordern auch angesichts der sozialen Probleme in der Stadt keine öffentlichen Gelder für den Autobahnbau zu verschwenden, sondern in die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu investieren.

Der private Eigentümer des Grundstücks duldete die Besetzung. Am Boden entstand eine Mahnwache mit Zelten, Feuertonne und einem Infotisch. Viele Menschen kamen vorbei, informierten sich und diskutierten über das Projekt. „Es ist uns gelungen, einen neuen sozialen Ort für den Widerstand gegen die A100 zu schaffen“, sagt Alex Gerschner von ROBIN WOOD. „In vielen Gesprächen unter dem besetzten Baum haben uns BerlinerInnen ihre Ablehnung der A100 deutlich gemacht. Die Autobahn gehört – ebenso wie der Schönefelder Flughafen – in eine Reihe von Groß-Projekten, die an der Bevölkerung vorbei geplant wurden und für die Milliarden Steuergelder in den Sand gesetzt werden. Es ist Zeit für etwas ganz anderes. Wir werden daher 2013 an verschiedenen Orten mit verschiedenen Mitteln gegen die A100 und für eine sozial-ökologische Verkehrs- und Stadtpolitik demonstrieren.“

Peter Schwarz, ein an der Aktion beteiligter unabhängiger stadtpolitischer Aktivist, ergänzt: „Als wir die Pappel besetzten, waren wir alarmiert, weil sie Rodungsmarkierungen trägt. Heute wissen wir, dass die vom Senat beauftragte Firma sich unbefugt Zugang zu dem Grundstück verschafft hatte, um den Baum zu markieren. Wir denken, dass sie sich nicht trauen werden, den Baum widerrechtlich zu fällen, nachdem wir das Thema in die Öffentlichkeit gebracht haben. Auch die weiteren bedrohten Straßenbäume werden wir mit Argusaugen beobachten. Wir wollen verhindern, dass das Stadtgrün den Profiten von Bau- und Verkehrswirtschaft geopfert wird!“

Die AktivistInnen laden für die nächsten Wochenenden alle Interessierten jeweils sonntags um 15 Uhr zu Kaffee und Kuchen am Fuße der Protest-Pappel ein, um sich über den Stand des A100-Protestes auszutauschen und Pläne zu schmieden. Der Baum wird ab jetzt nicht mehr durchgehend besetzt gehalten, die hölzerne Plattform und das Transparent mit der Aufschrift „Gutes Klima – Soziale Stadt – Stop A100“ werden aber im Baum verbleiben. Nach fast zwei Wochen Baumbesetzung wollen die AktivistInnen Spielraum für andere Aktionsformen schaffen. Anlässe und Orte für Proteste bieten sich: Im Frühjahr ist der erste Spatenstich für den 16. Abschnitt der A100 geplant, und am Ostkreuz laufen bereits Vorbereitungsarbeiten für eine Untertunnelung.

Am 15. Jan. 2013

[ROBIN WOOD-Presse] Gerät Urenco-Verkauf in Schwierigkeiten?

Die britische Zeitung „The Telegraph“ meldet, dass es im niederländischen Parlament wachsende Bedenken gegen eine Privatisierung der Urananreicherungsfirma Urenco gibt. Grund dafür sei die Angst vor einer Weiterverbreitung der militärisch hoch sensiblen Urananreicherungstechnologie. Aus diesem Grund organisiert das niederländische Parlament am 5. Dezember einen „Runden Tisch“ zum Urenco-Verkauf, bei dem es um die Zukunft der Urenco und das Thema nukleare Sicherheit gehen soll. AtomkraftgegnerInnen und Friedensinitiativen sind allerdings anscheinend nicht zum „Runden Tisch“ eingeladen.

Die niederländischen Sorgen haben einen realen Hintergrund: In den 1970er-Jahren hatte der pakistanische Atomwissenschaftler Dr. Khan aus der Urananreicherungsanlage Almelo Blaupausen für den Bau von Urananreicherungszentrifugen entwendet und diese für den Bau der pakistanischen Atombomben verwendet.

„Jeder Verkauf von Urenco-Anteilen an Dritte vergrößert das Risiko einer Weiterverbreitung der militärisch bedeutsamen Urananreicherungstechnologie. Diese Technologie, mit der Uran für Atomwaffen hergestellt werden kann, eignet sich in keiner Weise für Börsengeschäfte und Wirtschaftsinteressen“, so Dirk Seifert von ROBIN WOOD.

„Ministerpräsidentin Kraft soll UAA-Stilllegung in Berlin durchsetzen“

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sowie ROBIN WOOD fordern deshalb von der niederländischen, britischen und deutschen Regierung ein klares Nein zum Urenco-Verkauf sowie die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau, Almelo und Capenhurst.

„NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat jetzt als Chef-Unterhändlerin der SPD für das Thema Energie die einmalige Chance, bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin die Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau politisch durchzusetzen – ganz so, wie es im NRW-Koalitionsvertrag mit den Grünen vereinbart wurde. Deutschland braucht keine Urananreicherung und muss aus dem Nuklearsektor komplett aussteigen“, so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU).

„Beim Thema Urananreicherung ist nur eine ‚Null-Risiko’-Politik akzeptabel. Die jahrelangen Debatten mit dem Iran zur Urananreicherung sowie die Entwicklungen in Nordkorea und Pakistan zeigen, dass es im Nachhinein praktisch unmöglich ist, eine Weiterverbreitung der Urananreicherungstechnologie rückgängig zu machen“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Hintergrund: Die Urenco Ltd. gehört zu gleichen Teilen dem britischen und niederländischen Staat. Auch die Energiekonzerne EON und RWE besitzen ein Drittel der Anteile. Die Bundesregierung besitzt beim Verkauf der Urenco-Anteile aufgrund der militärischen Brisanz ein Mitsprache- und Veto-Recht. Laut Medienberichten soll der komplette Verkauf der Urenco rund acht bis zwölf Milliarden Euro einbringen.

Urenco betreibt in Deutschland die Urananreicherungsanlage Gronau und entwickelt und baut über die Tochterfirma ETC in Gronau und Jülich die Zentrifugen. Urenco besitzt nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von ca. 30 Prozent. Allein aus Gronau kann jedes zehnte AKW weltweit mit angereichertem Uranbrennstoff versorgt werden.

Am 12. Nov. 2013