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Peer Steinbrück: wie ein Elefant im Porzellanladen

NGO zur SPD Kandidatenfrage

peer-steinbruck-wie-ein-elefant-im-porzellanladenKaum hat die SPD ihren Kanzlerkandidaten gekürt, steht er auch schon mitten im Kreuzfeuer. Das aber nicht in der Abteilung Attacke auf den politischen Gegner, sondern in Sachen Selbstverteidigung. Der politische Gegner und die Medienlandschaft stürzt sich wie die Geier auf seine Rede- und Buchhonorare und wirft ihm vor, dafür im Bundestag geschwänzt zu haben und private Vorteile in Form von Bahntickets aus seinem Amt gezogen zu haben. Die Nebeneinkünfte sind an und für sich im politischen Berlin nichts verwerfliches, lassen sich doch auch zahlreiche weitere Abgeordnete - vor allem aus dem bürgerlichen Lager - ihr Amt mit einem ordentlichen Bakschisch aus der freien Wirtschaft vergolden, bei zahlreichen Sitzungen des Plenums glänzen die Damen und Herren Abgeordneten quer durch alle Parteien nicht unbedingt mit lückenloser Anwesenheit. Steinbrück macht also nichts anderes als seine Kollegen das auch machen.

Das allerdings mit der Sensibilität eines Elefanten im Porzellanladens, die sich wie ein roter Faden durch seine politische Karriere zieht. Schließlich wirkt es alles andere als glaubhaft, dass jemand, der in seiner aktiven Politikerzeit mal eben nebenbei ein Vielfaches dessen, was ein normaler Arbeitnehmer in seinem ganzen Leben erwirtschaftet, auch wirklich die Interessen des kleinen Mannes vertreten kann. Seine Vorgänger aus dem rotgrünen Lager wie Schröder und Fischer haben es zumindest cleverer angestellt und sich rechtzeitig aus dem Polit-Business abgeseilt, um noch einmal richtig Geld zu verdienen.

Vielleicht hat er ja aber auch gar nicht mehr damit gerechnet, wirklich noch einmal an die Front zu müssen. Dumm halt, dass die Personaldecke an roten Spitzenpolitikern ziemlich dünn ist. Wer hätte es sonst machen sollen? Klaus Steinmeier, der in etwa so viel menschliche Wärme ausstrahlt wie ein Eisberg? Oder gar Sigmar Gabriel, der für eine gute Schlagzeile jede Meinung über Bord wirft? Peer Steinbrück könnte sich zumindest glaubhaft das Image des gemütlichen Dicken verpassen, der eine Politik zum Wohlfühlen für alle macht. Hat bei dem aus Oggersheim ja auch wunderbar funktioniert.

Bild: wikipedia

Text: Harry Sochor