Hormonschweine aus Holland
Lebensmittelskandal, der ichweißnichtwievielte
Von den Lieferungen der Lebendschweine erfuhren die Länderministerien eigenen Angaben zufolge am Donnerstag durch eine EU-Schnellwarnung aus den Niederlanden. Ob das Fleisch der Tiere, die allesamt längst geschlachtet und in Verkehr gebracht wurden, tatsächlich mit Hormonen belastet war, ist allerdings noch nicht restlos geklärt.
Die Schweine wurden nach bisherigem Kenntnisstand in den Niederlanden mit so genanntem Weizenquellwasser gefüttert, einem Flüssigfutter, das bei der Nudelproduktion anfällt. Das Futter soll mit dem in der EU verbotenen Hormon Medroxy-Progesteron-Acetat (MPA) belastet gewesen sein. Das Bundesverbraucherministerium in Berlin gab nach Angaben einer Sprecherin beim Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin eine Risikoabschätzung in Auftrag.
NRW-Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn (Grüne) sagte, sie sehe kaum Chancen, Reste der betreffenden Fleischlieferungen zu finden. Die letzten Schlachtungen der niederländischen Tiere seien in Deutschland am 24. und 26. Juni vorgenommen worden. Es werde nun versucht, zumindest dieses Fleisch zu finden und aus dem Verkehr zu ziehen, sagte die Ministerin. Die früheren Lieferungen, die zum Teil bis Anfang Mai zurückreichen, könnten vermutlich nicht mehr gefunden werden.
Aus dem Mainzer Umweltministerium hieß es, das in Rheinland-Pfalz verarbeitete Fleisch der Tiere sei höchstwahrscheinlich bereits verbraucht, da die einzige Lieferung bereits zwei Monate zurückliege. Lediglich bei Konserven bestehe möglicherweise noch die Chance, das Fleisch aus dem Handel zu nehmen, sagte ein Sprecher.
Neben den kontaminierten Schweinen ist offenbar auch belastetes Futter nach Deutschland gelangt. In Niedersachsen wurde nach Angaben des Agrarministeriums ein Hof mit 3600 Schweinen vorsorglich gesperrt, weil dorthin 36 Tonnen des Futters geliefert worden waren. Da bereits sieben Tonnen an die Tiere verfüttert wurden, würden diese getestet. Außerdem würden auch weitere Höfe in Grenznähe überprüft. Auf die Frage, was mit den 230 nach Niedersachsen gelieferten niederländischen Schweinen geschehen sei, antwortete der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Gert Lindemann: "Das Thema ist gegessen."
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Am 05. Jul. 2002 unter:
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