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Regierung verschleppt EU-Richtlinie zum Kraftstoffverbrauch

Kennzeichnungspflicht

Anlässlich der 60. Internationalen Automobilausstellung hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Bundesregierung aufgefordert, eine klare Kennzeichnung des Kraftstoffverbrauchs von Autos einzuführen. Die Bundesregierung verschleppe seit mehr als zwei Jahren die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur obligatorischen Kennzeichnung des Kraftstoffverbrauchs. Dies gehe doppelt zu Lasten der Verbraucher. Den Verbrauchern würden die nötigen Informationen verweigert, damit sie beim Autokauf auf die Verbrauchskosten achten könnten. Und dazu mute die Bundesregierung den Verbrauchern noch zu, dass sie als Steuerzahler am Ende für millionenschwere Bußgeldzahlungen an Brüssel herhalten müssten.

Weil in Deutschland noch immer eine Kennzeichnungspflicht fehlt, die den Energiebedarf von Autos klar und eindeutig erkennbar macht, läuft inzwischen ein Vertragsverletzungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. "Es ist schon lange alles gesagt und getan, was für die Einführung der Verbrauchskennzeichnung nötig ist", sagt Verbands-Vorstand Edda Müller. Jetzt liege es an der Bundesregierung zu handeln. An die Adresse der Automobilindustrie richtete Müller die Aufforderung, ihre Blockadehaltung gegen die Verbrauchskennzeichnung aufzugeben.

Auf der Grundlage der vom ADAC, vom VCD und vom Umweltbundesamt entwickelten Vorschläge fordert der Verband eine Kennzeichnung, bei der Fahrzeuge in Energieeffizienzklassen von A bis G eingeteilt werden. Durch diese Klassifizierung sollen die Unterschiede im Kraftstoffverbrauch bei vergleichbaren Modellen transparent werden. "Was für Kühlschränke und Waschmaschinen längst selbstverständlich ist, muss auch für das Auto gelten", so Müller. Der Strom für alle kennzeichnungspflichtigen Haushaltsgeräte zusammen koste 100 bis 300 Euro pro Jahr und Haushalt, die Spritkosten für den PKW würden dagegen mit rund 1331 Euro ein Vielfaches dessen betragen.

Von der PKW-Verbrauchskennzeichnung erwartet der Verband eine deutliche Veränderung der Nachfrage beim Neuwagenkauf und einen Innovationsschub bei kraftstoffsparenden Technologien. So habe eine österreichische Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission ergeben, dass ein vergleichendes Label bei Pkw bis 2010 zu einem Verbrauchsrückgang von bis zu fünf Prozent führen könne.

Wenn die Veranstalter der IAA die diesjährige Messe als ein, "noch nie dagewesenes Innovationsfeuerwerk" preisen würden, solle das nicht nur für neues Design und neue Modelle gelten. Die Automobilindustrie trage auch eine Verantwortung für die Auswirkungen des PKW-Verkehrs auf den Klimawandel und dafür, dass Autofahren in Zeiten steigender Energiepreise erschwinglich bleibe, so Müller.

Schließlich habe sich die deutsche Automobilindustrie bereits 1990 dazu verpflichtet, ihren Teil dazu beizutragen, dass die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs bis zum Jahr 2005 um 25 Prozent reduziert werden. Hiervon sei die Realität aber weit entfernt.

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