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Offenbar Durchbruch beim Dieselrußfilter

Autoindustrie stimmt zu

Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) seinen Widerstand gegen strengere Partikelgrenzwerte bei Dieselfahrzeugen aufgegeben. Dies wurde am Freitag am Rande der Automobilausstellung IAA in Frankfurt bekannt. Bundeskanzler Gerhard Schröder habe zuletzt persönlich im Streit um schärfere Partikelgrenzwerte für Dieselfahrzeugen vermittelt. Damit wird der Weg frei für die steuerliche Förderung von Rußfiltern bei Neufahrzeugen wie auch in der Nachrüstung von Altfahrzeugen, wie dies von den im Aktionsbündnis "Kein Diesel ohne Filter" vertretenen Umwelt- und Verbraucherverbänden, Kinderschutzbund, Weltgesundheitsorganisation und ADAC bereits seit längerem gefordert wird.

Das von der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) koordinierte Aktionsbündnis "Kein Diesel ohne Filter" sieht im Einlenken des VDA beim Streit um strengere Abgasgrenzwerte einen "Durchbruch für die generelle Einführung des Partikelfilters bei allen Dieselfahrzeugen". Noch vor einem knappen Jahr, zum Start der Dieselruß-Kampagne, verweigerte sich der VDA generell dieser neuen Technik. "Mit Befriedigung" nehme das Aktionsbündnis zur Kenntnis, dass heute VW, DaimlerChrysler, Ford, Opel und BMW in bunten Anzeigen stolz ihre ersten Dieselfahrzeuge mit Rußfilter vorstellen.

"Der Rußfilter darf aber nicht auf wenige, teure Modelle beschränkt bleiben und zur reinen PR-Maßnahme mutieren", forderte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Auch bei Klein- und Mittelklasse-Pkws müsse der Partikelfilter schnell eingeführt werden. Für Altfahrzeuge müssten schnell Nachrüstsätze entwickelt werden. "Es kann nicht angehen, dass nur bei den teuren Spitzenprodukten die krebserregenden Rußpartikel herausgefiltert werden, wenn gleichzeitig die große Masse der Dieselfahrzeuge 10.000 mal mehr Rußpartikel emittiert", so Resch. 2004 müsse endgültig Schluss sein mit der Neuzulassung von ungefilterten Dieselmotoren. "Peugeot und Citroen haben mit zwischenzeitlich 600.000 zugelassenen Rußfilter-Pkw deren Alltagstauglichkeit eindrucksvoll bewiesen."

Die zwischen der Bundesregierung und der Automobilindustrie vereinbarten Rußpartikel-Grenzwerte von 8,5 Millogramm pro Kilometer statt bisher 25 Milligramm pro Kilometer nach der Euro 4-Norm sollten nach Ansicht der Deutschen Umwelthilfe umgehend bei der EU-Kommission als sogenannter EEV-Standard (environmentally enhanced vehicles) vorgeschlagen werden. Darauf aufbauend könne dann die Bundesregierung binnen sechs Monaten den Rußfilter sowohl bei Neufahrzeugen wie auch in der Nachrüstung von Altfahrzeugen steuerlich fördern. Dies wäre ein schneller Zwischenschritt für einen späteren Euro 5 Grenzwert, der sich allerdings am "Stand der Technik" des Jahres orientieren sollte und somit deutlich niedrigere Werte ausweisen sollte.

Das Aktionsbündnis erwartet, dass analoge Beschlüsse zwischen der Bundesregierung und den Lkw-/Busherstellern gefasst werden und auch diese Dieselfahrzeuge serienmäßig mit Partikelfilter ausgestattet werden.

"Kein Diesel ohne Filter" ist ein breites Aktionsbündnis aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Verkehrs- und Automobilclubs, Gesundheitsexperten und Kinderschutzbund. Wissenschaftlicher Berater ist die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf. Nach seiner Gründung im Herbst 2002 hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, durch eine breit angelegte Aufklärungskampagne Druck auf die Automobilindustrie und die Politik zur Einführung des Dieselrußfilters auszuüben und die Verbraucher über die Gefahren von Dieselruß und verfügbare Filtertechnologien aufzuklären. Seit dem 1. Mai 2003 arbeitet die Initiative "Kein Diesel ohne Filter" zudem eng mit Partnerorganisationen und Institutionen in den USA zusammen.

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