Unser täglich Gift
Deutsche Lebensmittelüberwachung versagt bei Pestiziden in Lebensmitteln
"Das Ergebnis ist eine Blamage für die Verbraucherpolitik in Deutschland", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Lediglich bei Bio-Ware kann der Konsument heute von rückstandsfreier Qualität ausgehen." Und es drohten noch höhere Belastungen: Zur Zeit würden Grenzwerte für viele Pestizide auf Wunsch des Handels angehoben. Umwelt- und Verbraucherschützer fordern dagegen pestizidfreie Lebensmittel und eine bessere Überwachung. Bundesregierung und Länder sollen vorbeugend gegen auffällige Hersteller und Händler von belasteten Nahrungsmitteln vorgehen. Zudem müssten sie bei Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz konsequent eingreifen.
Wie die Studie zeigt, liegen die Standards der Lebensmittelüberwachung in Deutschland meist deutlich unter dem Durchschnitt der EU-Länder und privater Labore: Die Analysen erfassten nur rund 100 der 800 in der EU zugelassenen Pestizide, die Untersuchungen seien zu langsam und dauerten in der Regel Wochen bis Monate. "Es ist absurd, dass Ergebnisse der Untersuchungen erst vorliegen, wenn der Verbraucher belastetes Obst schon lange gekauft und gegessen hat. Die Überwachung muss schneller arbeiten und Überschreitungen rechtzeitig verfolgen und ahnden", fordert Krautter.
Auch die Information der Verbraucher sei außerordentlich schlecht, da die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen großteils nicht veröffentlicht würden. Namen, Hersteller und Verkaufsort beanstandeter Ware würden im Gegensatz zu beispielsweise England in der Regel gegenüber den Medien und Verbrauchern unter Verschluss gehalten. So werde den Verbrauchern die Möglichkeit genommen, Lebensmittel und schwarze Schafe unter den Händlern zu vermeiden.
"Dringend nötig ist daher ein Verbraucherinformationsgesetz", schlussfolgert das EinkaufsNetz. Ein erster Anlauf scheiterte vergangenes Jahr am Widerstand der CDU/CSU-regierten Bundesländer im Bundesrat.
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Am 25. Sep. 2003 unter:
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