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Umweltschützer fordern Gesetz für Dieselrußfilter

8.000 Tote pro Jahr

Die Umweltorganisation Greenpeace fordert mit einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt Gesetze für Dieselrußfilter in Fahrzeugen. Autohersteller wie DaimlerChrysler und VW machten weiter wie bisher und nähmen lieber 8.000 Dieselrußtote pro Jahr in Kauf, anstatt die Menschen vor der schwarzen Gefahr zu schützen, so Greenpeace-Experte Günter Hubmann. Keiner der Autohersteller habe im Vorfeld der Internationalen Automobilausstellung (IAA) angekündigt, Rußfilter serienmäßig in alle Fahrzeugmodelle einzubauen. Die Konzerne bauten nur Rußfilter in Modelle ein, die sonst nicht die neue Abgasnorm Euro 4 erreichen würden, so die Kritik. Die Euro 4-Norm tritt Anfang 2005 in Kraft. Jedoch werden die Rußminderung, die heute technisch machbar sei, in der Euro 4-Norm nicht berücksichtigt.

Ein Greenpeace?Aktivist mit Gerhard Schröder-Maske und Richter-Robe bekleidet sitzt seit dem Morgen auf dem Zaun des Bundeskanzleramts. Er hält zwei Haken in Paragrafen-Form in der Hand. An ihnen baumeln zwei rosa Holzschweine mit den Firmenzweichen von DaimlerChrysler und VW. Über der Kanzler-Figur hängt ein Transparent mit der Aufschrift: "Kanzler! Nimm die Diesel-Schweine an die §-Leine!" Damit wollten die Umweltschützer den Bundeskanzler auffordern, Gesetze zu schaffen, die die Autoindustrie verpflichten, in alle PKW serienmäßig Rußfilter gegen Dieselruß einzubauen und Nachrüstsysteme für Gebrauchtwagen anzubieten.

"Die paar Filter, die sie einbauen wollen, lösen das Problem nicht. Alle Käufer von kleineren Fahrzeugen sollen einen Aufpreis für einen Filter bezahlen - bei DaimlerChrysler beispielsweise 580 Euro.", so Hubmann.

Die serienmäßige Ausstattung der Neufahrzeuge mit Rußfiltern sei aber ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsvorsorge. Unabdingbar sei auch die Nachrüstung von Gebrauchtwagen. Wenn es kein Nachrüstsystem gebe, werde sich die gesamte Fahrzeugflotte erst 2014 erneuert haben. Das heiße, erst in elf Jahren wäre die Dieselkrebs-Gefahr gebannt. Laut Umweltbundesamtwürden bis dahin pro Jahr 14.000 Menschen an Dieselkrebs sterben. Greenpeace rechne mit 8.000 Toten pro Jahr. "Werden keine Gesetzesgrundlagen geschaffen, hat die Bundesregierung den Tod dieser Menschen mit zu verantworten," so Hubmann.

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