8.000 Tote pro Jahr
Umweltschützer fordern Gesetz für Dieselrußfilter
Ein Greenpeace?Aktivist mit Gerhard Schröder-Maske und Richter-Robe bekleidet sitzt seit dem Morgen auf dem Zaun des Bundeskanzleramts. Er hält zwei Haken in Paragrafen-Form in der Hand. An ihnen baumeln zwei rosa Holzschweine mit den Firmenzweichen von DaimlerChrysler und VW. Über der Kanzler-Figur hängt ein Transparent mit der Aufschrift: "Kanzler! Nimm die Diesel-Schweine an die §-Leine!" Damit wollten die Umweltschützer den Bundeskanzler auffordern, Gesetze zu schaffen, die die Autoindustrie verpflichten, in alle PKW serienmäßig Rußfilter gegen Dieselruß einzubauen und Nachrüstsysteme für Gebrauchtwagen anzubieten.
"Die paar Filter, die sie einbauen wollen, lösen das Problem nicht. Alle Käufer von kleineren Fahrzeugen sollen einen Aufpreis für einen Filter bezahlen - bei DaimlerChrysler beispielsweise 580 Euro.", so Hubmann.
Die serienmäßige Ausstattung der Neufahrzeuge mit Rußfiltern sei aber ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsvorsorge. Unabdingbar sei auch die Nachrüstung von Gebrauchtwagen. Wenn es kein Nachrüstsystem gebe, werde sich die gesamte Fahrzeugflotte erst 2014 erneuert haben. Das heiße, erst in elf Jahren wäre die Dieselkrebs-Gefahr gebannt. Laut Umweltbundesamtwürden bis dahin pro Jahr 14.000 Menschen an Dieselkrebs sterben. Greenpeace rechne mit 8.000 Toten pro Jahr. "Werden keine Gesetzesgrundlagen geschaffen, hat die Bundesregierung den Tod dieser Menschen mit zu verantworten," so Hubmann.
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Am 05. Sep. 2003 unter:
nachrichtenStichworte:
« Umweltverbände planen Getränke-Testkäufe
Proteste gegen Gen-Food »

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