Kritik an "reiner Verschönerungsmaßnahme"
Palast der Republik wird abgerissen
Trotz der eindeutigen Beschlüsse und der zahlreichen Schloss-Befürworter scheiden sich am 1976 eingeweihten Palast der Republik immer noch die Geister. Der Präsident der Bundesarchitektenkammer, Peter Conradi, lehnt den Abriss ab. Der Bundestag wolle offenbar Fakten schaffen nach der Devise "das Ding muss weg". Dabei habe Berlin kaum Geld, um den Abriss zu bezahlen. Es gebe auch kein Geld für einen Neubau. Den Abriss zu beschließen, ohne zudem auch die möglichen technischen Folgen wie etwa Veränderungen am Grundwasserspiegel geprüft zu haben, halte er für "grob fahrlässig". Conradi plädierte dafür, den Palast der Republik "provisorisch und vergnügt" zu bespielen. Die junge Kunstwelt, aber auch die Oper, würden den Palast "mit Freuden" nutzen.
Auch die PDS-Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch kritisierte, der Berliner Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) habe offensichtlich sieben Millionen Euro übrig, um den Berliner Anteil des Abrisses des Palastes zu finanzieren, obwohl sich das Land in einer extremen Haushaltsnotlage befinde. "Herr Strieder sollte noch einmal gründlich das Urteil des Landesverfassungsgerichts lesen", sagte sie. "Ich sehe nicht, dass der Abriss des Palastes der Republik ein Beitrag zur Sanierung des Berliner Landeshaushaltes darstellen könnte. Es ist schon erstaunlich, wenn die Regierung nicht mehr in der Lage ist, vier Millionen Euro für das Blindengeld aufzubringen, aber aus dem Stand sieben Millionen Euro für den ideologisch motivierten Abriss des Palastes der Republik übrig hat."
Selbst Bundesbauminister Manfred Stolpe (SPD) ist nicht begeistert von der kostspieligen Abriss-Entscheidung. Angesichts knapper Kassen würde das Geld besser für sinnvolle, investive Projekte in Berlin angelegt, als für diese "reine Verschönerungsmaßnahme", sagt Stolpe-Sprecher Felix Stentschke. Der Bundestag habe "wortlos" den Beschluss gefasst, kritisierte die PDS-Abgeordnete Petra Pau. "Es gab keine Debatte, weder Pro noch Kontra. Auftrag erteilt - wie bei der Müllabfuhr."
Die Kosten für den Abriss, der voraussichtlich im Februar 2005 beginnen kann, belaufen sich auf 20 Millionen Euro. Davon sollen der Bund 64 Prozent und das Land 36 Prozent zahlen. Der Palast der Republik war wie auch das West-Berliner ICC asbestverseucht. Das ICC wurde jedoch saniert und wird nicht abgerissen.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
