Wesermarsch
Proteste gegen den Bau eines atomaren Zwischenlagers am AKW Unterweser
ROBIN WOOD kritisiert die Billigbauweise des Zwischenlagers. So wird die Halle zur Kühlung der abgebrannten heißen Brennelemente über offene Lüftungsschlitze verfügen. Eine Raumluftüberwachung oder Filter, die radioaktive Partikel zurückhalten könnten, soll es - im Vertrauen darauf, dass die eingelagerten CASTOR-Behälter schon dicht halten werden - nicht geben.
"Bis heute gibt es keinen überzeugenden Beleg, dass die CASTOR-Behälter für Jahrzehnte dicht halten", wendet Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD, ein. "Es handelt sich um ein groß angelegtes Experiment, in das die Bevölkerung der Wesermarsch unfreiwillig einbezogen wird." Das von E.ON beantragte Zwischenlager soll zwar dickere Wände und Decken bekommen als so manches süddeutsche Lager, doch dies ist nur auf den ersten Blick ein Sicherheitsgewinn.
Denn der Atomkonzern plant, beizeiten weniger stabile Behälter als die jetzt genehmigten CASTOR V/19 einzulagern, weil dies billiger ist. Ebenfalls aus Kostengründen soll es in der Halle keine "heiße Zelle" geben. Wenn das AKW voraussichtlich 2013 endgültig abgeschaltet wird, wird es somit vor Ort keine Möglichkeit geben, defekte Behälter zu öffnen und zu reparieren. "In der Wesermarsch zeigt sich einmal mehr", so Dannheim, "dass Betreiber und Behörden nicht davor zurückschrecken, beim Bau der Atommüll-Lager selbst auf grundlegende Sicherheitsvorkehrungen zu verzichten."
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Am 23. Jun. 2004 unter:
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