Artenschutz

Namibia will Erlaubnis für Elfenbeinhandel

Jährlich 2.000 kg Roh-Elfenbein will Namibia zukünftig verkaufen, dazu unbegrenzte Mengen von Elfenbeinschnitzereien. Wie die Artenschutzorganisation Pro Wildlife heute meldet, werde auf der in zwei Wochen beginnenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) in Bangkok über einen Antrag Namibias zur Legalisierung des Elfenbeinhandels abgestimmt. Damit könnte zum ersten mal eine eine regelmäßige Exportquote durchgesetzt werden.

Als Konsequenz aus Wilderei und dem Zusammenbruch vieler Elefantenbestände beschlossen die WA-Vertragsstaaten 1989 ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein. Im Jahr 1997 setzten drei südafrikanische Länder erstmals wieder einen "einmaligen" Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen durch. Offizielle Daten belegten seither bereits einen Anstieg des Elfenbeinschmuggels in Afrika und Asien. Dennoch wurde auf der WA-Konferenz 2002 erneut drei südafrikanischen Staaten der Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Stoßzähnen in Aussicht gestellt; die Bedingungen für diesen Handel seien allerdings bis heute nicht erfüllt.

"Namibia möchte pro Jahr 2.000 kg Stoßzähne exportieren, zusätzlich unbegrenzte Mengen an Elfenbein-Schnitzereien. Doch nur 900 kg pro Jahr fallen aus legalen Quellen an, z.B. durch natürliche Todesfälle.", so Daniela Freyer, Biologin bei Pro Wildlife. Wo das übrige Elfenbein herkommen solle, sei "mehr als zweifelhaft". Eine Auseinanderhaltung von legalem und illegalem Elfenbein sei ausserdem nicht möglich. Im Vorfeld der Konferenz hätten sich Vertreter aus zwölf afrikanischen Ländern gegen eine Erlaubnis für Namibia ausgesprochen, da sie um ihre letzten Elefantenbestände fürchteten.

Experten schätzen, dass derzeit jedes Jahr etwa 4.000 Elefanten getötet werden, um die Elfenbeinmärkte mit Nachschub zu versorgen. Trotz Handelsverbot seit 1989 werde noch immer in vielen Ländern Afrikas und Asiens Elfenbeinschnitzereien frei zum Verkauf angeboten. Auch Bangkok, wo die WA-Konferenz in zwei Wochen beginnt, sei einer der großen Umschlagplätze. Abnehmer seien häufig Touristen aus Europa, den USA oder Japan - viele wüssten nicht, dass sie am heimischen Zoll mit empfindlichen Strafen rechnen müssen.

Weltweit würden jedes Jahr Tausende Kilogramm Elfenbein beschlagnahmt. In Deutschland seien seit 1996 mindestens 70 Stoßzähne sowie fast 2.500 Elfenbeinschnitzereien beschlagnahmt worden. Diese Zahlen seien allerdings nur die Spitze des Eisberges, da ein Großteil der Schmuggelware unentdeckt bleibe.

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