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Protest gegen zunehmenden LKW-Verkehr

Wälder kränker als in den Achtzigern

Der LKW-Verkehr soll endlich alle Kosten bezahlen, die er verursacht. Um diese Forderung zu unterstreichen, protestierte die Umweltschutzorganisation Robin Wood am Samstag bei Kassel an der Autobahn A7. "Laster vom Pflaster - Wald statt Asphalt" forderten die AktivistInnen auf einem Transparent an einer Fußgängerbrücke über die Autobahn. Obwohl der LKW-Verkehr "nur" 15 Prozent des Verkehrsaufkommens auf Deutschlands Straßen ausmache, verursache er zwei Drittel aller verkehrsbedingten Stickoxide. Und dieser sei eine der Hauptursachen für den immer noch miserablen Zustand der Wälder, denen es schlechter gehe als noch in den Achtziger Jahren.

Fast 70 Prozent aller Bäume in Deutschland seien geschädigt. Somit gehe es den Wäldern heute schlechter als in den Achtziger Jahren, als das Waldsterben noch eines der großen Umweltthemen in der Öffentlichkeit war, so die Umweltschützer.

Trotz technischer Verbesserungen werde sich das Problem künftig noch verschärfen, weil immer mehr Waren auf der Straße transportiert werden. Seit der Wiedervereinigung hat der Güterverkehr hier zu Lande um mehr als 45 Prozent zugenommen. "Und die prognostizierten Wachstumsraten sind atemberaubend", beklagt Robin Wood.

"Güter per LKW transportieren zu lassen, ist noch immer viel zu billig", kritisiert Monika Lege, Verkehrsreferentin von Robin Wood. Erforderlich sei eine Kostenwahrheit. "Alle Kosten, die der LKW-Verkehr verursacht, müssen auf den Tisch", fordert Lege. "Bezahlen müssen diejenigen, die sie verursachen." Die LKW-Maut, wenn sie denn endlich komme, müsse zu einem ökologischen Lenkungsinstrument weiter entwickelt werden.

Kassel suchte sich die Umweltorganisation aus, weil dort Ministerpräsident Roland Koch (CDU) "gerade mit Vollgas in die falsche Richtung steuert". Er wolle ganz Nordhessen zu einem "Logistikzentrum" machen. "Schon jetzt durchschneiden die Autobahnen 38, 44, 49 und 7 die nordhessische Landschaft", geben die Umweltschützer zu bedenken. Zugleich versuche sich die Region als Naherholungsgebiet mit Kurorten wie Bad Sooden-Allendorf zu profilieren. Und Kassel wolle - mit Verweis auf den Bergpark Wilhelmshöhe - als Kulturhauptstadt anerkannt werden. "Wer mag sich denn in einem Logistikzentrum erholen und entspannen?", fragt sich Klaus Schotte von der Robin-Wood-Regionalgruppe Kassel. "Die Rechnung kann nicht aufgehen." Die hessische Landesregierung müsse von ihrer "Asphaltpolitik" wegkommen und ein klares Konzept vorzulegen, wie der Güterverkehr reduziert und auf die Schiene verlagert werden könne.

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