Innenministerkonferenz
Kein Bleiberecht für in Deutschland aufgewachsene Kinder
Abschiebungen nach Afghanistan, mit denen einige Bundesländer bereits begonnen haben, gingen verstärkt weiter. Die Sicherheitslage in Afghanistan, nach aktuellen Medienmeldungen geprägt von den heftigsten Kampfhandlungen seit Monaten und prekärer denn je, sowie Berichte über das erbärmliche Leben von Binnenvertriebenen und Rückkehrern aus dem Ausland hätten die Innenminister nicht zu besserer Einsicht und menschlichem Handeln bewegen können, so Pro Asyl.
Die Minderheiten der Ashkali und der sogenannten Ägypter aus dem Kosovo würden "auf dem Altar der beginnenden Statusverhandlungen im Kosovo geopfert", kritisierte Pro Asyl. Obwohl sie erst vor einem Jahr Opfer massiver Pogrome geworden seien und immer noch massiver Diskriminierung und Anfeindungen ausgeliefert seien, müssten sie als Beleg dafür herhalten, dass die Voraussetzungen für ein multi-ethnisches Kosovo gegeben seien. Nach den Vorstellungen der Innenministerkonferenz seien die hier Lebenden "abschiebungsreif".
Das Aktionsbündnis "Hier geblieben!" zeigte sich "erbittert" darüber, dass Innenminister, die meist selber Kinder und Familie hätten, nicht bereit seien, "ein so leicht nachvollziehbares Anliegen" aufzugreifen: "Die Innenminister haben gezeigt, dass sie ein gestörtes Verhältnis haben zu den Kinderrechten, wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention verankert sind." Am 14. August will ein SchülerInnenbündnis in Frankfurt am Main unter dem Motto "Hier geblieben!" erneut für das Bleiberecht eintreten.
"Diese Innenministerkonferenz hatte die Chance, sich von ihrer Politik der andauernden Realitätsverweigerung und des Sträubens gegen alle humanitären Regelungen zu verabschieden", erklärte die Pro Asyl. Kirchen, Gewerkschaften, Flüchtlingsorganisationen und gerade auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen hatten sich dafür eingesetzt. Sie würden auch künftig die Innenminister - ungeachtet ihrer parteipolitischen Couleur - nicht aus der Verantwortung entlassen. "Schüler und Schülerinnen werden den Innenministern auch zwischen den Sitzungen der Innenministerkonferenz weiterhin klar machen: Wir wollen nicht, dass morgens jemand in der Schule fehlt - weil er gerade abgeschoben worden ist", so Pro Asyl.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 24. Jun. 2005 unter:
nachrichtenStichworte:
« EU-Umweltministerrat lässt Gen-Mais MON863 zu
Elfenbeinhandel in Afrika blüht weiterhin »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
