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Solarenergie-Förderverein verärgert über Solarzeitschrift

Teurer Solarstrom?

Das aktuelle Editorial der Zeitschrift "Sonne Wind & Wärme" brachte den "Solarenergie-Förderverein Deutschland" auf die Barrikaden. Der Text von Chefredakteur Dr. Detlef Koenemann passe besser in eine "Kampfschrift der Stromwirtschaft" gegen die Photovoltaik als in eine Zeitschrift, die sich zumindest dem Namen nach den Erneuerbaren Energien verpflichtet fühle. Stein des Anstoßes sind zum Beispiel die folgenden Sätze des Chefredakteurs: "Doch je höher hinauf es geht, desto dünner wird die Luft. Die Windenergiebranche bekommt es bereits zu spüren, und recht bald wird auch die Photovoltaik hierzulande an ihre Grenzen stoßen." Zudem ist die Photovoltaik für Koenemann "noch ein zartes Pflänzchen", und ob sie jemals zu Wind- und Wasserkraft aufschließen könne, sei fraglich. "Denn sie ist die teuerste der drei regenerativen Energiesysteme, und je größer ihr Anteil wird, desto mehr fällt der Preisnachteil ins Gewicht", meint der Chefredakteur. Dem widerspricht der Solarenergie-Förderverein in einer Stellungnahme.

Der Solarenergie-Förderverein sieht in diesen Aussagen eine "leichtfertige Falsch-Darstellung". Ein Blick auf deutsche Städte und Dörfer zeige, dass nur ein winziger Bruchteil der zur Verfügung stehenden Dachflächen zur Solarstromerzeugung genutzt werde, von Fassadenflächen ganz zu schweigen. Schätze man grob, dass bisher nur jedes hundertste bis zweihundertste geeignete Dach genutzt werde, so könnten sich aus dem Anteil der Photovoltaik an der Stromversorgung von derzeit knapp 0,2 Prozent zukünftig 20 bis 40 Prozent ergeben, schätzt der Förderverein. "Wenn man vermehrt Fassadenflächen und Lärmschutzwände nutzt, ist eine weitere Steigerung möglich."

Das Preissenkungspotenzial der Photovoltaik ist nach Auffassung des Solarvereins "noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft". Die Enquete-Kommission "Schutz der Erde" des 11. Deutschen Bundestages habe - "übrigens unter CDU/CSU-Vorsitz" - abgeschätzt, dass die Kosten für Solarstrom bei einem Einstieg in die Massenproduktion auf unter 10 Cent pro Kilowattstunde sinken würden.

Derzeit stehe als Rohstoff fast ausschließlich Reinstsilizium aus der Elektronik-Chip-Fertigung zur Verfügung. "Dieses Reinstsilizium ist knapp und deshalb teuer." Doch es gebe einen Ausweg: Photovoltaik-Zellen benötigten nicht den extremen Reinheitsgrad des teuren Elektronik-Siliziums. Der Bau von Anlagen zur Produktion von billigerem "Solarsilizium" sei bereits angelaufen, zum Beispiel bei der Wacker-Chemie GmbH. Dies werde durch die starke Nachfrage nach Solarsilizium weiter angeregt. "In wenigen Jahren wird dieser Engpass also beseitigt sein", so der Solarenergie-Förderverein.

Es sei zwar richtig, dass ein wichtiges Anwendungsgebiet der Photovoltaik in weiterer Zukunft die Elektrifizierung des ländlichen Raums in den Entwicklungsländern sei. "Doch es ist ein Widersinn, der Photovoltaik wegen ihres angeblich hohen Preises keine weiteren Chancen in Deutschland einzuräumen, diese Technik dann aber den so viel ärmeren Entwicklungsländern anzupreisen."

Die einzige Chance für eine rasche Ausbreitung der Photovoltaik sieht der Solarverein darin, sie in den kapitalstarken Ländern in den Markt und in die Massenproduktion zu bringen. Ihr Preis müsse damit so weit gesenkt werden, dass er einer großflächigen Einführung in den Entwicklungsländern nicht mehr entgegenstehe.

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