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Krankenkassen warnen vor Überforderung der Patienten durch Sparpaket

Zu arm für Medikamente

Das Arzneimittelsparpaket von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) führt nach Ansicht der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen zu einer schlechteren medizinischen Versorgung und zur finanziellen Überforderung von Patienten. Die "überwiegende Zahl der Patienten wird nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, die bisher angewendeten Arzneimittel weiterhin zu erwerben", heißt es in einer Stellungnahme der Spitzenverbände für die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Die gesetzlichen Kassen weisen in dem 21-seitigen Papier darauf hin, dass die neuen Festbeträge in vielen Arzneimittelgruppen dazu führen, dass die Krankenkassen "um bis zu 65 Prozent" weniger als bisher für einzelne Medikamente erstatteten. Über die gesetzliche Zuzahlung für Medikamente hinaus würden dadurch "Aufzahlungsbeträge von bis zu 336 Euro pro Packung" fällig, die Patienten selber tragen müssten. "Nach dem 1. Juni 2006 werden nur noch 45 Prozent der Verordnungen ohne Aufzahlung erhältlich sein". Von 256 Wirkstoffen in Festbetragsgruppen stünden 95 nicht mehr zum Festbetrag zur Verfügung. "Damit wird eine medizinisch notwendige Arzneimittelversorgung zum Festbetrag in vielen Fällen erschwert", heißt es.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Klaus Vater, wies am Mittwoch diese Darstellung zurück. Nach dem Ausgabenanstieg bei den Arzneimitteln im vergangenen Jahr sei dem "Gesetzgeber nichts anderes übrig geblieben, als Sparmaßnahmen zu ergreifen", sagte Vater. Eine "Panikmache" der Kassen sei nicht hilfreich, vielmehr werde der Wettbewerb dazu führen, dass sich die neue Festbetragsregelung nicht negativ auswirke.

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