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Ärzte ohne Grenzen fordert stärkeres Engagement im Kampf gegen die Cholera

Angola

Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen fordert von der angolanischen Regierung und anderen internationalen Hilfsorganisationen ein stärkeres Engagement im "Kampf" gegen die Choleraepidemie in Angola. Zehn Wochen nach Ausbruch der Epidemie in der angolanischen Hauptstadt Luanda sei die Zahl der Infizierten auf 20.000 gestiegen. Etwa 900 Menschen seien bereits an der schweren Durchfallerkrankung gestorben. Allein am 25. April habe es 929 neue Krankheitsfälle und 25 Tote gegeben. Die Cholera habe sich bereits in die meisten Landesteile ausgebreitet. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie seien bislang völlig unzureichend.

"Der Ausbruch ist völlig außer Kontrolle", sagt Luis Encinas, Koordinator des Nothilfeeinsatzes. "Die Behörden müssen dringend eine landesweite Strategie entwickeln, die die Epidemie eindämmt. Außerdem muss der Zugang zu Behandlung garantiert, kostenloses sauberes Trinkwasser bereitstellt und die sanitären Einrichtungen verbessert werden. Zudem gilt es, ein verlässliches System zur Sammlung epidemiologischer Daten zu schaffen und die gesundheitlichen Aufklärungskampagnen, insbesondere auf dem Land, stark auszuweiten."

In dieser Woche sahen die Mitarbeiter in den Behandlungszentren von Ärzte ohne Grenzen durchschnittlich 30 Neuinfizierte und einen Sterbefall am Tag. Allein in einem der Zentren der Organisation in Luanda seien innerhalb von 24 Stunden 240 neue Patienten eingeliefert worden. Das Team habe zwei neue Zelte errichtet, um die Kapazität der bereits überfüllten Einrichtung zu erhöhen.

Der Choleraausbruch sei der größte in der Hauptstadt seit rund zehn Jahren. In anderen Landesteilen lägen größere Ausbrüche noch länger zurück. Während des Bürgerkrieges, der vor vier Jahren endete, seien die Menschen auch innerhalb des Landes kaum gereist. Deshalb hätte die Krankheit kaum Gelegenheit bekommen, sich außerhalb der Elendsviertel Luandas auszubreiten. Entsprechend gäbe es in der angolanischen Bevölkerung heute wenig Widerstandskraft gegen die Erkrankung. Auch das Wissen darüber, wie man sich vor einer Infektion schützen kann, sei sehr gering.

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