Zuschuss für Arbeitgeber

Kombilohn für über 50-Jährige

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering will für über 50-Jährige einen Kombilohn einzuführen. Der Lohnzuschuss solle diese Personengruppe "motivieren, auch einen Job anzunehmen, der geringer bezahlt wird als ihr bisheriger", sagte Müntefering. Laut Müntefering würden Arbeitgeber nach diesen Plänen einen staatlichen Zuschuss in einer Größenordnung "irgendwo zwischen 20 und 40 Prozent des Lohnes" erhalten. Die Arbeitgeber sollen den Zuschuss erhalten, wenn sie einen älteren Arbeitslosen "für mindestens ein Jahr" beschäftigen. Die Initiative 50plus soll aber eigentlich erst am Mittwoch vorstellt werden.

Müntefering fügte hinzu, er gehe davon aus, dass durch die vorgesehenen Maßnahmen insgesamt 100 000 Menschen eine Chance auf einen "Arbeitsplatz" bekämen.

Zudem sollen die Maßnahmen zur Qualifizierung älterer Arbeitnehmer nach dem Willen Münteferings über das Jahresende hinaus verlängert werden. Außerdem wolle er dafür werben, dass auch Betriebe bis 200 oder 250 Beschäftigten in diese Begünstigung einbezogen werden.

Der Vizekanzler erhofft sich von seiner Initiative für ältere Arbeitslose auch einen "Bewusstseinswandel". In einer älter werdenden Gesellschaft müssten die über 50-Jährigen wieder mehr "Chancen im Erwerbsleben" bekommen, sagte er. In Deutschland müsse man sich wieder bewusst werden, dass die über 50-Jährigen noch etwas könnten und sie nicht so früh aus der Arbeitswelt herausgedrängt werden dürften, "wie das leider in den letzten 20 Jahren der Fall gewesen ist".

Die Grünen-Politikerin Brigitte Pothmer kritisierte, dass die Regierung zeitgleich die Frühpensionierung von 15.000 Beamten bei Post, Postbank und Telekom fördern wolle. Stoiber bezeichnete das Vorhaben hingegen als "sehr interessant". Er könne dem Vorstoß Münteferings "viel Sympathie" abgewinnen. Brauksiepe sagte, der Vorstoß gehe "in die Richtung, in die wir auch denken". Brandner betonte, die gezielte Unterstützung älterer Arbeitnehmer erhöhe deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

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